Zu laut für die „Grüne Hölle“ – Frustration nach der Disqualifikation

Lüdenscheid/Nürburg: Mit dem Klassensieg beim zweiten Lauf im Gepäck reiste X85racing zum dritten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie in die Eifel. An diesen Erfolg wollte das Team beim 62. EIBACH ADAC ACAS Cup am 1. Mai 2021 anknüpfen und in der H2-Klasse erneut siegen. Mit einem Start von der Pole-Position und langer Zeit in Führung liegend sah alles nach einem perfekten Ergebnis aus, bis die Rennleitung den Renault Clio RS #685 aus dem Rennen nahm, da er wegen einer beschädigten Auspuffanlage zu laut für die Grüne Hölle war.

 

Gerrit Holthaus (Lüdenscheid), Marc Wylach (Wuppertal) und Michael Bohrer (Merzig) begannen das Rennwochenende am Tag der Arbeit unter guten Vorzeichen. Nachdem Bohrer bei NLS2 neue Clio Rekordmarken für die Qualifikations-Runde und Rennrunde setzte und das Trio den Klassensieg verbuchte, war die Stimmung im Team hervorragend. Auch das durch zwei rote Flaggen unterbrochene Zeittraining verlief für X85racing ohne Probleme, der ehemalige Peugeot Werksfahrer Michael Bohrer stellte den Renault Clio RS auf den ersten Startplatz in der Klasse, dank einer freien Runde bereits kurz nach Streckenfreigabe um 8:30 Uhr.

 

Bohrer fuhr auch den Rennstart und konnte sich schnell vom Verfolgerfeld absetzen. Bereits nach wenigen Runden lief er auf die zweite Startgruppe auf, und ein Fahrzeug zwang ihn den Weg über die Randsteine und Wiese zu nehmen. Dabei muss der Clio aufgesetzt haben und wurde an der Auspuffanlage beschädigt. So kam er in Führung liegend früher als geplant zum ersten Boxenstopp, bei dem das Team gewohnt routiniert und professionell die auftretenden Zündaussetzer schnell beheben konnte, die Probleme am Auspuff machten sich hier noch nicht allzu sehr bemerkbar, und Marc Wylach stieg ins Cockpit.

 

Der Wuppertaler erkannte dann, dass etwas nicht stimmte und sagte: „Leider merkte ich, dass das Auto ungewohnt klang und mehr Vibrationen hatte als im Normalzustand, sodass ich sicherheitshalber schon nach zwei Runden wieder die Box ansteuerte. Wie sich herausstellte, war der Auspuff gerissen - wahrscheinlich das Resultat von Michaels Ausweichmanöver über einen hohen Randstein. Ich beendete meinen Stint dann mit dem dröhnenden und sehr lauten Clio, der ansonsten aber top lief und übergab an Gerrit.“

Nachdem Holthaus weitere Führungsrunden mit dem Clio gefahren hatte, wurde durch eine weitere Bruchstelle der zulässige Lärmpegel überschritten, was kurzerhand zu mehreren Verwarnungen der Rennleitung in einer Runde führte und die Disqualifikation vom Rennen für die #685 zur Folge hatte.

 

Teamchef Holthaus sagte deutlich zerknirscht: „Unser Clio-Spezialist Louis Walter bereitet das Auto immer zu 100 % vor und hat uns einen perfekten Wagen hingestellt. Das gesamte Team hat wieder alles gegeben. Daher ist eine Disqualifikation wegen eines defekten Auspuffs, für den wir nichts konnten, extrem frustrierend - aber so sind die Regeln.“ Er ergänzt: „Leider hatten wir nicht mehr die Möglichkeit etwas zu reparieren, da lässt das Reglement keinen Spielraum. Somit sind wir in Führung liegend ausgeschieden und fahren ohne Punkte nach Hause. Beim nächsten Lauf greifen wir wieder voll an!“

 

Oliver Reyle als Teammanager sieht es sportlicher: „That’s racing! Das Team hat alles gegeben und tolle Arbeit geleistet. Doch da kannst Du noch so gut vorbereitet sein, es kommt anders als gedacht. Aufstehen, Krone richten und bei Rennen vier Ende Juni gehen wir dann wieder voll zur Sache!“

X85racing hat nun genügend Zeit den Clio wieder zu optimieren, denn für das Team geht es mit der 52. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy erst nach dem ADAC TOTAL 24h-Rennen in der Saison weiter. Dann geht es beim vierten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie am 26. Juni 2021 wieder um 8:30 Uhr ins 90-Minuten Zeittraining und um 12:00 Uhr in das vierstündige Rennen.

 

Text: X85racing

Foto: Jochen Merkle

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