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ZOLDER: DIE GEBURTSSTÄTTE DER SERIE, ODER AUCH ‚HOME OF DTM’

Der Circuit Zolder in Belgien, nur eine knappe Autostunde westlich von Aachen gelegen, bezeichnet sich seit einigen Jahren als „Home of DTM’. Mit Recht, denn nur auf den deutschen Rennstrecken Hockenheim, dem Nürburgring, dem Lausitzring und dem Norisring war die DTM öfter zu Gast. Auch 2021 geht die DTM wieder in Zolder an den Start.

 

In der Geschichte der DTM spielt Zolder eine besondere Rolle: Auf dem 1963 eröffneten Kurs fand am 11. März 1984 das erste Rennen der damals neuen Rennserie statt, damals noch unter der Bezeichnung Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft. Der Auftritt auf dem Kurs nahe Hasselt war nichts Außergewöhnliches, denn mit dem Nürburgring, der sich zum Zeitpunkt der Premiere im Umbau befand, und dem Hockenheimring gab es damals im westlichen Teil der Bundesrepublik nur zwei permanente Rennstrecken. So war es völlig normal, dass deutsche Serien auch in den BeNeLux-Staaten gastierten.

 

„Für mich war Zolder auch immer eine Heimstrecke. Von Essen aus hatte ich es nach Zolder sogar noch etwas näher als zum Nürburgring“, sagt Harald Grohs, der 1984 im BMW 635 CSi die Serienpremiere für sich entscheiden konnte. „Ich habe Zolder immer sehr gemocht.“ Bis einschließlich 1994 stand Zolder jedes Jahr mindestens einmal im Rennkalender der DTM. Dabei war der ehemalige Grand-Prix-Kurs, der wie die Strecke im japanischen Suzuka vom Niederländer Hans Hugenholtz entworfen wurde, meistens Austragungsort für den Saisonauftakt. Die Veranstaltung ‚Bergischer Löwe’ unter Federführung des umtriebigen Wolfgang Wilcke war ein Klassiker im deutschen Motorsport und ein wahrer Zuschauermagnet.

 

Zolder war immer gut für Premieren: DTM-Legende Kurt Thiim feierte 1986 in Zolder im Rover Vitesse seinen ersten Sieg in der Serie und gewann später in jenem Jahr den Titel. Marc Hessel siegte 1987 als BMW-Junior ebenfalls zum ersten Mal im neuen BMW M3. Dort startete er nach einem abgebrochenen Rad im Zeittraining nur von Platz 23, aber lief im Rennen bei Regen zur Höchstform auf. Legendär auch die beiden Siege von Nicola Larini im strömenden Regen beim Saisonauftakt 1993, als Alfa Romeo erstmals in der DTM mit dabei war.

Nach einigen Jahren Abwesenheit kehrte die DTM 2002 in Zolder zurück, aber bei Dauerregen stand das Wochenende unter keinem guten Stern. 2019 gab es einen neuen Versuch, diesmal war die Rückkehr sehr erfolgreich und gut besucht. Im vergangenen Jahr wurden in Zolder sogar vier DTM-Rennen ausgetragen, bei denen René Rast mit vier Siegen einen wichtigen Schritt in Richtung Titelgewinn machte.

 

Fahrer loben den ‚Old-School-Charakter’ des Kurses: Es gibt wenig Platz für Fehler, nicht nur die Kiesbetten sind oft nah am Streckenrand. Die schnelle Passage nach der Schikane über den Sakramentshügel fordert höchste Konzentration. Neben dem klassischen Flair wird in Zolder auch intensiv an der Zukunft gearbeitet. So richten sich die Betreiber der Anlage neben dem Motorsport auch auf den Radsport aus: Vor einigen Jahren wurde die Querfeldein-WM bereits in Zolder ausgetragen, in diesem Jahr findet die BMX-EM statt. Außerdem wird mit neuen Technologien das Thema Nachhaltigkeit vorangetrieben. „Und wir wollen attraktive Veranstaltungen ausrichten, wobei die DTM ein wichtiges Aushängeschild ist“, betont Geschäftsführer Harry Steegmans.

 

Text und Foto: DTM Media

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