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Im Interview mit Ben Tuck (Deutsch)

Ben Tuck ist ein aufstrebender GT-Fahrer aus England. Das junge Nachwuchstalent bestreitet dieses Jahr seine ersten VLN-Rennen und das 24-Stunden Qualifikationsrennen. Im Interview mit uns, spricht er über seine Vorbereitung auf die Eifel und seine Zukunft.

NRingInfo: „Deine letzte Saison war ziemlich erfolgreich und du hast es geschafft zweiter in der GT4-Klasse des British GT-Championship's zu werden. Wie war diese Saison generell?“

Ben Tuck: „Es war meine erste volle Saison im GT-Sport. In 2017 habe ich nur zwei GT-Rennen abgeschlossen, aber die zählten nicht für eine Meisterschaft. Also war es gut eine volle Saison lang Erfahrungen sammeln zu können. Es war toll so nah am Gewinn des Titels dran zu sein und mit BMW und Century Motorsport zu arbeiten war großartig. Am Anfang des Jahres hatten wir ein paar Probleme mit dem Setup des Autos, aber in der zweiten Saisonhälfte haben wir eine sehr gute Abstimmung für das Auto gefunden. Außerdem war es ein großartiges Gefühl in Snetterton den ersten Sieg eines europäischen Kundenteams, dass den BMW M4 GT4 einsetzt, zu feiern.“

 

NRingInfo: „Nach eben dieser Saison wurde dir der Titel Top British GT4 Driver verliehen. Wie fühlt es sich an so einen Titel zu tragen?“

Ben Tuck: „Ich bin sehr dankbar dafür den Titel von Autosport und Motorsport News verliehen bekommen zu haben. Die Meisterschaft nur um einen Punkt zu verpassen war hart, aber dieser Titel macht das wieder gut.“

 

NRingInfo: „Vor ein paar Wochen warst du für das Junior Shootout von BMW in München. Erzähl uns mal was du dort erlebt hast.“

 

Ben Tuck: „Mit BMW in München zu sein war eine großartige Erfahrung und ich bin über diese Möglichkeit von BMW Motorsport sehr dankbar. Die mentalen und körperlichen Tests waren  sehr hart aber die Fabriktouren und Interviews waren toll. Außerdem war es eine sehr schöne Erfahrung Philipp Eng zu treffen.“

NRingInfo: „Am Ende hast du es in die Top vier geschafft. Bist du mit diesem Ergebnis glücklich? Und was hast du dort gelernt?“

Ben Tuck: „Ich bin sehr stolz darauf, dass ich unter 16 Kandidaten für das top vier Finale ausgewählt wurde. Leider konnte ich das Simulator-Shootout nicht gewinnen und wurde somit kein Teil des BMW Junior Programm's. Aber eben das hat mich noch entschlossener gemacht BMW und anderen Herstellern zu beweisen, dass ich gut genug bin ein Werksfahrer zu werden. Dennoch hat mir BMW viele Tipps für meine Zukunft gegeben und genau deshalb kann ich es kaum erwarten mit dem BMW M240i auf der Nordschleife zu starten.“

 

NRingInfo: „Kommen wir zu deiner zukünftigen Herausforderung auf der Nordschleife: Wie glücklich warst du als du die Möglichkeit bekamst in der VLN zu fahren? Und wie bereitest du dich darauf vor?“

Ben Tuck: „Ich bin sehr glücklich die ersten drei VLN-Läufe mit Purple DOT Performance und Walkenhorst Motorsport bestreiten zu können. Die Nürburgring Nordschleife ist eine Strecke auf der ich schon immer Rennen fahren wollte und ich kann immer noch nicht glauben, dass ich das bald machen werde.

 

NRingInfo: „Du bist noch nie auf der Nordschleife gefahren. Also wie stellst du sicher, dass du gute Leistungen zeigst? Und was ist deine ganz persönliche Meinung über die Strecke?“

 

Ben Tuck: „Die Strecke sieht auf jeden fall sehr bedrohlich und schnell aus. Außerdem hat sie sehr wenig bis gar keine Auslaufzonen. Ich werde ihr also in meinen ersten Runden den nötigen Respekt zuteil werden lassen. Leider habe ich zuhause keinen Simulator, deshalb habe ich mir sehr viele YouTube-Videos angeguckt um mich optimal vorzubereiten. Es ist eine einzigartige Strecke und ich kann es kaum erwarten.“

 

 

NRingInfo: „Du nimmst auch am 24-Stunden Qualifikationsrennen teil. Gibt es also Pläne auch das 24-Stunden Rennen zu bestreiten, oder hängt das von deinen Ergebnissen in den vorherigen Rennen ab?“

Ben Tuck: „ Ja ich werde am Qualifikationsrennen teilnehmen und ja ich plane definitiv auch das 24 Stunden Rennen zu bestreiten. Aktuell sind wir in Gesprächen über den Einsatz beim 24-Stunden Rennen. Also hoffe ich auf gute Ergebnisse bei den ersten VLN-Läufen. Generell ist dieses Rennen eins, welches ich in meinem Leben unbedingt bestreiten möchte, also hoffe ich die Chance dazu zu bekommen.“

 

NRingInfo: „Der M240i Cup ist eine gute Einsteigerklasse für junge Nachwuchsfahrer wie dich. Trotzdem denke ich, dass du in der Zukunft einige Schritte weiter gehen möchtest oder? Also erzähl uns: Wie sieht dein Plan für die Zukunft aus?“

Ben Tuck: „Es sieht so aus als würde das Fahren im M240i Cup sehr viel Spaß machen. Dort fahren einige Fahrer die wirklich schnell sind und die Nordschleife viel besser kennen als ich. Also wird es sehr hart. Aber du hast recht, idealerweise möchte ich mich weiter verbessern und wieder GT4's oder sogar GT3's fahren. Das ist auch der Grund warum es perfekt ist, dass ich mit Purple Dot und Walkenhorst an den Start gehe, da sie auch einen M4 GT4 haben und Walkenhorst auch den M6 GT3 einsetzt. Ich hoffe, dass ich irgendwann einen M6 fahren kann.

 

NRingInfo: „Wie hast du eigentlich deine Karriere gestartet und was war dein schönster Moment in der Vergangenheit?“

Ben Tuck: „ Ich habe mit 17 Jahren angefangen 1 ½ Jahre lang in einer Mazda MX-5 mk1 Meisterschaft zu fahren. Dann habe ich für 1 ½ Jahre an der Caterham Supersport Meisterschaft teilgenommen, 2017 meine ersten GT-Rennen bestritten um dann wie gesagt 2018 an der britischen GT-Meisterschaft teilzunehmen. Ich hatte viele schöne Momente in meiner Karriere: Mit den Caterhams in Spa vom letzten Platz zu starten und zweiter zu werden, beide fünf Stunden Rennen in Spa mit einem Ginetta G57 in der 24h Protoype series zu gewinnen oder mein Sieg letztes Jahr in Snetterton, als ich nach einem Boxenstopp elfter war.

Allerdings würde ich sagen, dass mein Kampf in Brands Hatch um den zweiten Platz das Highlight war. Auch wenn ich nur zweiter geworden bin, bin ich noch nie so hart gefahren. Ich musste mich vom siebten Platz durch ein Feld, das weit auseinander gezogen war, zurück kämpfen und das einem extrem heißen Tag.“

 

NRinigInfo: „Was machst du abgesehen vom Rennen fahren in deiner Freizeit?“

 

Ben Tuck: „ Um ehrlich zu sein habe ich nicht viel Freizeit! Wenn ich keine Rennen fahre studiere ich entweder an der Universität in Bournemouth oder arbeite als Renninstruktor und Trainer. Wenn ich etwas mehr Freizeit bekomme, verbringe ich diese mit meiner Familie und meinen Freunden, da ich sie nicht oft sehe.

 

Vielen Dank Ben und viel Erfolg auf der Nürburgring Nordschleife!

 

Interview: Max Renfordt, Max Bermel

Bilder: SRO, BMW Motorsport

 

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