
Finn Wiebelhaus musste den DTM-Samstagslauf in Oschersleben wegen einer Rauchentwicklung im Cockpit vorzeitig beenden. Ursache war ein Reifenteil, das über den Kühllufteinlass in die Belüftung des Ford Mustang GT3 Evo gelangte und dort eine Kettenreaktion auslöste. Der 20 Jahre alte HRT-Pilot bemerkte nach der letzten Kurve zunächst einen verbrannten Geruch. Als er die erste Kurve erreichte, war das
Cockpit bereits voller Rauch. Zwei Runden zuvor hatte Wiebelhaus zudem
ein ungewöhnliches Gefühl in der Lenkung wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf Platz 16.
Da die Ursache während der Fahrt nicht erkennbar war, stellte HRT das Fahrzeug aus Sicherheitsgründen kurz vor den Pflichtboxenstopps ab. Nach dem Rennen untersuchte das Team den Ford und fand ein rund eineinhalb Zentimeter großes Reifenteil im Belüftungssystem. Der Fremdkörper hatte nach Angaben von Teamchef Ulrich Fritz zunächst den Filter beschädigt und war anschließend in einen Impeller geraten. Der kleine Propeller blockierte, wodurch sein Motor überlastet wurde und Rauch entstand. Der verbrannte Geruch ließ Wiebelhaus vermuten, dass im Fahrzeug ein Feuer ausgebrochen sein könnte.

Der Ford Mustang GT3 Evo wird in der DTM aus Gewichtsgründen ohne
Klimaanlage eingesetzt. Stattdessen erzeugen kleine Impeller einen Luftstrom, der dem Fahrer Frischluft ins Cockpit führt. Das Reifenteil war über den Kühllufteinlass in diesen Kanal gelangt. Woher der Fremdkörper stammte, blieb offen. Fritz hielt es für möglich, dass er vom beschädigten Reifen des McLaren-Piloten Ben Dörr kam. Dörr war nach einer Berührung mit Jules Gounon in der Anfangsphase mit einem Reifenschaden an die Box gefahren. Das Teil könnte laut Fritz jedoch ebenso Pickup gewesen sein. Seine klebrige Oberfläche habe dazu geführt, dass es im Impeller hängen blieb.
Wiebelhaus sparte durch den vorzeitigen Ausfall einen Reifensatz für den Sonntagslauf. Nach dem Zwischenfall kündigte er an, die Ursache gemeinsam mit dem Team zu klären und anschließend erneut anzugreifen. HRT-Teamkollege Arjun Maini brachte den zweiten Ford Mustang GT3 dagegen auf Platz sechs. Der Inder war vom zwölften Startplatz ins
Rennen gegangen und rückte mit einem starken Start sofort auf die sechste Position vor.
Das Team holte Maini unmittelbar nach der Öffnung des Boxenstoppfensters zum Reifenwechsel. HRT setzte gezielt auf einen Undercut, weil der Mustang seine Reifen schneller auf Temperatur bringt als andere Fahrzeuge. Die Crew fertigte Maini in 6,1 Sekunden ab. Nach einem verletzungsbedingten Ausfall am Norisring war die
HRT-Mannschaft in Oschersleben wieder vollständig. Fritz erklärte die schnelle Arbeit mit einem intensiven Training in den vorausgegangenen eineinhalb Wochen.
Text: NRingInfo











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