
Eine außergewöhnlich herausfordernde Ausgabe der 24 Stunden von Spa-Francorchamps (BEL) endete mit einem Sieg des BMW M4 GT3 EVO im Gold Cup. Die BMW M Werksfahrer Ugo de Wilde (BEL), Tim Tramnitz und Jens Klingmann (beide GER) gewannen ihre Klasse mit der Startnummer 998 von ROWE Racing mit sechs Runden Vorsprung (elfter Platz gesamt). Podiumsplatzierungen gab es auch für das Team WRT und Paradine Competition im Silber und Bronze Cup. Der Kampf um den Gesamtsieg verlief für BMW M Motorsport jedoch enttäuschend. Obwohl alle Fahrer und Teams bei extremer Hitze nahezu fehlerfreie Leistungen zeigten, reichte es nicht für den Kampf um eine Position im absoluten Spitzenfeld. Bestplatzierter BMW M4 GT3 EVO im Feld war die #46 vom Team WRT mit Gesamtrang sechs für Dan Harper (GBR), Max Hesse (GER) und Valentino Rossi (ITA).
Nach einem schwierigen Qualifying, in dem die erwarteten Plätze in den vorderen Reihen für keinen der BMW M4 GT3 EVOs möglich waren, starteten sie am späten Samstagnachmittag bei extremer Hitze in eine 24-Stunden-Aufholjagd. Die #46 ging von Startplatz 20 ins Rennen und arbeitete sich immer weiter nach vorn. In den frühen Morgenstunden lag das Trio Harper, Hesse und Rossi aufgrund einer sehr guten Strategie in Führung. Doch es fehlte die Performance, diese im weiteren Rennverlauf zu halten. So belegten sie am Ende den sechsten Platz. Die #998 war von Rang 24 gestartet und kam bis auf Gesamtrang acht nach vorne, büßte dann aber am Sonntag, unter anderem wegen Pechs mit einer Safety-Car-Phase, noch Positionen ein. Der Sieg im Gold Cup war de Wilde, Tramnitz und Klingmann aber nicht zu nehmen.
Zu den großen Favoriten auf den Gesamtsieg gehörten auch die #32 vom Team WRT mit Kelvin van der Linde, Jordan Pepper (beide RSA) und Charles Weerts (BEL) sowie die #98 von ROWE Racing mit Augusto Farfus (BRA), Jake Dennis (GBR) und Raffaele Marciello (SUI). Für Farfus, Dennis und Marciello war es im Ziel Rang neun. Das Trio fiel aufgrund zweier Reifenschäden zurück und kämpfte danach ebenfalls bravourös, doch für eine Platzierung weiter vorne reichte es nicht. Der #32 BMW M4 GT3 EVO vom Team WRT wurde bereits im Getümmel am Start an der linken Seite beschädigt und verlor somit früh im Rennen an Boden. Von Platz 42 arbeiteten sich van der Linde, Pepper und Weerts wieder bis auf Rang neun nach vorn. Kurz vor Rennende mussten sie das Auto aber aufgrund eines mechanischen Problems abstellen und wurden als Gesamtzwölfte gewertet. Im Silver Cup sicherte sich das Team WRT mit dem #30 BMW M4 GT3 EVO den zweiten Platz. Ignacio Montenegro (ARG), Matisse Lismont, Amaury Cordeel und Mathieu Detry (alle BEL) fehlten am Ende nur rund elf Sekunden zum Klassensieg. Der #991 BMW M4 GT3 EVO von Paradine Competition fuhr auf Rang zwei im Bronze Cup ins Ziel. Hier wechselten sich James Kellett, Darren Leung, David Pittard (alle GBR) und Leyton Fourie (RSA) im Cockpit ab. Für den #992 BMW M4 GT3 EVO, das andere Bronze-Fahrzeug von Paradine Competition, kam das Aus gleich in der ersten Rennrunde. Startfahrer Christian Hahn (BRA) wurde unverschuldet in eine Kollision mehrerer Fahrzeuge verwickelt und in die Streckenbegrenzung geschoben. Die #42 von Oman Racing by Century Motorsport schied in der Nacht nach einem Kontakt aus.
Andreas Roos (Leiter BMW M Motorsport): „Wir verabschieden uns mit gemischten Gefühlen aus Spa. Wir sind zum 24-Stunden-Rennen gereist, um ein Wort im Kampf um den Gesamtsieg mitzureden. Als Rekordsieger ist das unser Anspruch. Daher ist es sehr enttäuschend für BMW M Motorsport, dass uns das mit diesen starken Fahrern, Teams und dem BMW M4 GT3 EVO, der sich als erfolgreiches Langstreckenfahrzeug bereits mehrfach bewiesen hat, im Gesamtklassement verwehrt geblieben ist. Vielen Dank an ROWE Racing und Team WRT, die einen super Job in Sachen Strategie und Boxenstopps gemacht haben. Von unserer Seite lagen alle Zutaten auf dem Tisch, um den Gesamtsieg anzugreifen. Leider hat die Performance nicht ausgereicht, um ein Wort im Kampf um den Sieg mitsprechen zu können. Ich freue für Jens Klingmann, Ugo de Wilde und Tim Tramnitz, die im Gen M Auto den Klassensieg im Gold Cup eingefahren haben. Vielen Dank an ROWE Racing für die tolle Leistung. Herzlichen Glückwunsch auch an Team WRT und Paradine Competition zu den Podestplätzen im Silver und Bronze Cup. Der ganzen Mannschaft und allen Beteiligten möchte ich einen Riesendank aussprechen.“
Vincent Vosse (Teamchef Team WRT): „Alle Beteiligten haben sich unheimlich intensiv auf das Rennen vorbereitet – entsprechend waren wir sehr gut präpariert. Die Fahrer und das Team haben einen herausragenden Job gemacht und das Auto hat sich sehr gut angefühlt. Aber offenbar sollten wir kein Teil der Party sein.“
Hans-Peter Naundorf (Teamchef ROWE Racing): „Das war in jeder Beziehung ein heißes Event. Ein Riesendank geht an unser ganzes Team und unsere Partner BMW M Motorsport und ROWE. Dass wir bei diesem Hitzerekord-Rennen mit allen Fahrzeugen überhaupt durchgehalten haben, ist großartig und nur dem Teamgeist und dem Einsatz aller Mitarbeiter geschuldet. Und noch großartiger ist, dass wir mit unserem Gold-Fahrzeug den Klassensieg geholt haben, das hätten wir vorher nicht gedacht. Für Tim Tramnitz war es das erste 24-Stunden-Rennen und erst sein drittes GT-Rennen überhaupt. Dann bereits den Gold-Cup-Sieg zu feiern, ist hervorragend. Ich bin stolz, dass wir als Team fast keine Fehler gemacht haben. Es tut mir wahnsinnig leid für die #98, die ebenso eine fehlerfreie Leistung abgegeben hat, aber durch zwei unverschuldete Reifenschäden einfach aus dem Rennen genommen wurde und dann auch nicht mehr die Show bieten konnte, die sie verdient hätten. Das ist die einzige Träne, die wir im Auge haben. Ansonsten war Spa ein Jahrhundertrennen und ich hoffe im nächsten Jahr auf etwas mildere Temperaturen.“
Valentino Rossi (#46 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, 6. Gesamtrang): „Ich bin glücklich, weil wir einen großartigen Job gemacht haben. Es war ein Rennen, das nahezu perfekt verlief. Wir hatten allen Grund, von einem Top-Ergebnis zu träumen. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, lagen wir in Führung – das war fantastisch. Danach war es allerdings wirklich schade, dass uns unter normalen Trockenbedingungen einfach die Pace gefehlt hat, um um den Sieg oder sogar einen Podiumsplatz zu kämpfen. Das war enttäuschend. Trotzdem haben das Team und meine Teamkollegen hervorragende Arbeit geleistet, und ich habe das Rennen wirklich genossen.“
Augusto Farfus (#98 BMW M4 GT3 EVO, ROWE Racing, 9. Gesamtrang): „Wir sind eigentlich ein perfektes Rennen gefahren. Leider hatten wir zwei Mal einen Plattfuß, was natürlich sehr großes Pech war. Es ist schade, weil uns das natürlich ins Hintertreffen gebracht hat. Wir hätten definitiv weiter vorne landen können, aber das lag am Ende nicht in unserer Hand. Ich bin zufrieden damit, was wir gemacht haben, und nun werden wir weiterarbeiten.“
Tim Tramnitz (#998 BMW M4 GT3 EVO, ROWE Racing, 1. Platz Gold Cup): „Ich bin unheimlich glücklich, es fühlt sich sehr gut an. Nach der Ausgangslage haben wir nicht mit dem Sieg gerechnet, vor allem nicht, dass wir mit so einem großen Vorsprung gewinnen könnten. Aber alle haben einen super Job gemacht. Wir sind ziemlich sauber durchgekommen und hatten ein super Set-Up. Das Auto hat wunderbar funktioniert, sich die gesamte Zeit über sehr gut angefühlt und war auch in der Nacht sehr konstant.“
Charles Weerts (#32 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, 12. Gesamtrang): „Die Enttäuschung könnte kaum größer sein. Ich hatte das Gefühl, dass heute endlich unser Tag sein könnte. Ich habe wirklich daran geglaubt, dass es möglich ist. Wir hatten definitiv das Team und das Auto – alles hat gepasst. Leider hat uns die ganze Woche über einfach die Pace gefehlt, sodass wir nie wirklich die Möglichkeit hatten, an der Spitze mitzukämpfen. Nur zwei Runden vor dem Ziel auszuscheiden, tut natürlich besonders weh. Andererseits waren wir ohnehin nicht in der Position, um den Sieg zu kämpfen. Das ist enttäuschend, denn nach all der Arbeit, die die Mechaniker, die Ingenieure und BMW M Motorsport investiert haben, hätten wir es zumindest verdient gehabt, das Ziel zu erreichen. Aber so ist der Motorsport. Es geht weiter, und wir richten den Blick nach vorn.“
Matisse Lismont (#30 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, 2. Platz Silver Cup): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat. Natürlich war auch der Klassensieg möglich, aber nach Startplatz 14 können wir mit der Performance sehr zufrieden sein. Wir hatten keine Strafen, keine Unfälle oder Boxenstopps aufgrund von Schäden am Auto. Auch die Strategie war auf den Punkt. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit des Teams und den Mechanikern, auch meine Teamkollegen haben einen super Job gemacht.“
Darren Leung (#991 BMW M4 GT3 EVO, Paradine Competition, 2. Platz Bronze Cup):„Insgesamt haben wir ein wirklich gutes Rennen abgeliefert. Ich bin sehr stolz auf das Team und die Fahrer. Sie haben alle einen unglaublichen Job gemacht. Mit Platz zwei nach Hause zu gehen, ist fantastisch. Es ist wirklich schön, dass wir dieses Jahr durchgekommen sind, denn in den vergangenen zwei Jahren waren wir extrem stark und wurden jeweils ohne eigenes Verschulden aus der Führung zurückgeworfen. Deshalb freuen wir uns jetzt sehr auf das nächste Jahr.“
Text: BMW Pressemitteilung











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