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Zwölf-Stunden-Zusammenfassung: Cadillac übernimmt die Führung, Rückschlag für Ferrari

Bild: Martin Bormann
Bild: Martin Bormann

Zur Halbzeit der 24 Stunden von Le Mans 2026 bleibt der Kampf um den Gesamtsieg völlig offen. Nach zwölf Rennstunden führt Cadillac Hertz Team JOTA das Feld an, während Toyota und BMW in Schlagdistanz bleiben. Ferrari musste dagegen einen schweren Rückschlag hinnehmen. Gleichzeitig sorgen Genesis bei seinem Debüt und enge Abstände in den Klassen LMP2 und LMGT3 für zusätzliche Spannung.

 

Cadillac übernimmt in der Nacht das Kommando

Die Nachtstunden gelten in Le Mans traditionell als echter Gradmesser für Mensch und Maschine. Kurz nach Mitternacht wurde das Rennen für rund 45 Minuten neutralisiert, nachdem die Ferrari 296 LMGT3 Evo mit der Startnummer 54 von Vista AF Corse im Bereich der Forest Esses verunfallte und später aufgeben musste.

 

Nach dem Re-Start um 00:23 Uhr führte zunächst weiterhin der Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer acht vor dem BMW M Hybrid V8 mit der Nummer 20 und dem Cadillac V-Series.R mit der Nummer zwölf. Hinter den Kulissen lief jedoch bereits ein strategisches Duell.

 

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Die drei Cadillac setzten auf die weichere Reifenmischung, während Toyota weiterhin auf Medium-Reifen vertraute. Diese Entscheidung sollte sich im weiteren Verlauf auszahlen.

Um 01:33 Uhr unterlief Brendon Hartley im führenden Toyota ein kleiner Fehler in Mulsanne. Der Neuseeländer musste die Ausweichstrecke nutzen, wodurch sein Vorsprung nahezu vollständig verschwand. Cadillac schloss bis auf vier Zehntelsekunden auf.

Wenig später wechselte auch BMW bei der Nummer 20 auf die weichen Reifen. Das Team hatte die Mischung zuvor mit dem Schwesterfahrzeug Nummer 15 getestet. In Le Mans können solche strategischen Entscheidungen genauso entscheidend sein wie ein Überholmanöver auf der Strecke.

 

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Ferrari verliert den Anschluss

Für Ferrari entwickelte sich die Nacht deutlich schwieriger.

Die Ferrari 499P mit der Startnummer 50 lag weiterhin in der Führungsrunde, als um 00:25 Uhr ein Defekt am Feuerlöschsystem auftrat. Die Mechaniker arbeiteten längere Zeit unter dem Fahrersitz, bevor das Fahrzeug nach 28 Minuten Standzeit wieder auf die Strecke zurückkehren konnte.

 

Die Nummer 50 fiel dadurch auf Rang 23 zurück und verlor acht Runden auf die Spitze. Die Chancen auf den Gesamtsieg erhielten damit einen schweren Dämpfer.

Besser läuft es für die Vorjahressieger der Ferrari 499P mit der Nummer 83. Robert Kubica erklärte während der Nacht, dass das Fahrzeug grundsätzlich über eine gute Pace verfüge, auf den Geraden jedoch durch mangelnde Beschleunigung Zeit verliere. Dennoch bleibt das Team im Rennen und hofft auf Chancen durch mögliche Probleme der Konkurrenz.

 

Genesis sammelt wertvolle Erfahrungen

Einen positiven Eindruck hinterlässt weiterhin Genesis Magma Racing.

Bei der ersten Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans absolvieren die beiden GMR-001 Hypercars bislang ein bemerkenswert zuverlässiges Rennen. Runde für Runde sammelt das Team wichtige Erfahrungen für die Zukunft.

 

Einen kleinen Rückschlag gab es um 03:25 Uhr für die Nummer 19. Paul-Loup Chatin blieb zwischen Arnage und Indianapolis stehen. Nach Anweisungen per Funk gelang es ihm zwar, das Fahrzeug wieder zu starten, dennoch gingen rund zehn Minuten verloren.

Genesis-Teamchef Cyril Abiteboul betonte, dass das Erreichen des Ziels oberste Priorität habe und das Projekt langfristig aufgebaut werden solle.

 

Spannendes Duell in der LMP2-Klasse

In der LMP2-Kategorie wechselte die Führung mehrfach zwischen dem Duqueine Team mit der Startnummer 30 und Inter Europol Competition mit der Nummer 43.

Da alle Fahrzeuge mit identischer Technik unterwegs sind, entscheiden vor allem Fahrerleistung, Strategie und die Arbeit der Ingenieure über den Erfolg.

 

Für einen Zwischenfall sorgte die Startnummer 25 von Algarve Pro Racing, die um 03:16 Uhr in Arnage von der Strecke rutschte. Der langsamste Streckenabschnitt von Le Mans bleibt auch einer der tückischsten.

 

Corvette führt ein enges LMGT3-Feld an

In der LMGT3-Klasse behauptete sich die Corvette Z06 LMGT3.R von TF Sport an der Spitze. Ben Keating, Jonny Edgar und Nicky Catsburg führten vor dem Aston Martin Vantage AMR von Heart of Racing und den beiden Lexus von Akkodis ASP Team.

Dennoch bleibt das Feld außergewöhnlich eng beieinander. Nach zwölf Stunden liegen die ersten 15 Fahrzeuge der Klasse weiterhin in derselben Runde. Damit ist für die zweite Rennhälfte noch alles offen.

 

Die Nacht als entscheidender Faktor

Auch nach zwölf Stunden bleiben die Abstände überraschend gering. Gerade in der Dunkelheit verlangt Le Mans höchste Konzentration. Müdigkeit, Verkehr und wechselnde Bedingungen machen jede Bremszone und jedes Überholmanöver zu einer Herausforderung.

 

Genau das macht den Reiz des Langstreckenklassikers aus. Nicht nur Geschwindigkeit entscheidet über Erfolg oder Misserfolg, sondern auch Zuverlässigkeit, Strategie und die Fähigkeit, über 24 Stunden hinweg fehlerfrei zu arbeiten.

 

Top fünf nach zwölf Stunden

Cadillac V-Series.R #12 Cadillac Hertz Team JOTA – 192 Runden

BMW M Hybrid V8 #20 BMW M Team WRT +15,360 Sekunden

Toyota GR010 Hybrid #8 Toyota Gazoo Racing +20,725 Sekunden

Cadillac V-Series.R #38 Cadillac Hertz Team JOTA +1:10,191 Minuten

Toyota GR010 Hybrid #7 Toyota Gazoo Racing +2:06,396 Minuten

 

Führende Fahrzeuge in den Klassen

LMP2: Oreca 07-Gibson #30 Duqueine Team (Doriane Pin, Julien Andlauer, Richard Verschoor)

 

LMGT3: Corvette Z06 LMGT3.R #33 TF Sport (Ben Keating, Jonny Edgar, Nicky Catsburg)

Schnellste Rennrunde: Earl Bamber im Cadillac V-Series.R #38 von Cadillac Hertz Team JOTA mit 3:26,370 Minuten in Runde 123.

 

Ausfälle

Ferrari 296 LMGT3 Evo #54 Vista AF Corse – Unfall um 00:15 Uhr

Mercedes-AMG LMGT3 #61 Iron Lynx – Aufhängungsschaden hinten rechts um 21:43 Uhr

Corvette Z06 LMGT3.R #13 Thirteen Autosport – Technischer Defekt um 21:43 Uhr

 

 

Text: ACO Pressemeldung

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