
Für BMW M Team WRT rückt mit den 24 Stunden von Le Mans der Höhepunkt der Langstreckensaison näher. Die 94. Ausgabe des traditionsreichen Rennens auf dem Circuit de la Sarthe läuft bereits mit den ersten offiziellen Programmpunkten und dem Testtag. Das belgische Team reist nach Frankreich mit viel Rückenwind an, nachdem es in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft bereits starke Ergebnisse eingefahren hat.
Für Team WRT markiert Le Mans 2026 den dritten gemeinsamen Auftritt mit BMW M Motorsport. Das Team vertritt die Farben des deutschen Herstellers sowohl in der Hypercar-Klasse als auch in der LMGT3-Kategorie. Im Vergleich zu den Vorjahren reist die Mannschaft jedoch mit einer neuen Ausgangslage an. In der Hypercar-Klasse sorgte der erste Gesamtsieg beim Rennen in Spa-Francorchamps inklusive eines Doppelsiegs auf heimischem Boden für einen Meilenstein. Gleichzeitig führt BMW M Team WRT sowohl die Hersteller- als auch die Fahrerwertung der Hypercar-Kategorie an und zählt damit inzwischen zum Kreis der FIA-WEC-Sieger.
Auch in der LMGT3-Klasse mischt das Team an der Spitze mit. Der Saisonauftakt verlief mit einem Sieg in Imola erfolgreich und unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit der BMW-Mannschaft. Teamchef Vincent Vosse bleibt trotz der bisherigen Erfolge zurückhaltend: „Der positive Saisonstart verändert absolut nichts an unserer Herangehensweise an die 24 Stunden von Le Mans. Die Entschlossenheit, die harte Arbeit und die Demut bleiben gleich, denn genau das verlangt dieses einzigartige Rennen. Natürlich reisen wir als Tabellenführer und nach unserem ersten Hypercar-Sieg in einer anderen Position an. Ein erster Sieg nimmt den Druck, diese Hürde zu überwinden, aber sofort entsteht ein neues Ziel und die Reise geht weiter. Für Le Mans haben wir uns gut vorbereitet. Beim Testtag verlief alles nach Plan. Wir konzentrierten uns auf unser eigenes Programm und weniger auf das, was um uns herum passiert. Wir wissen, dass wir bei einem sauberen und problemlosen Rennen ein gutes Ergebnis erzielen können. Gleichzeitig wissen wir auch, was uns erwartet. Es wird erneut ein großartiges und anspruchsvolles Le Mans.“
Hypercar
BMW M Team WRT setzt zwei BMW M Hybrid V8 in der Hypercar-Klasse ein. Hypercar Sporting Director Thierry Tassin zog nach dem Testtag ein positives Fazit: „Wir haben viel Reifentestarbeit durchgeführt und alle drei Mischungen überprüft, da in diesem Jahr Soft-, Medium- und Hard-Reifen getestet werden konnten. Gemeinsam mit Michelin validierten wir mögliche Stintlängen und verschiedene Abläufe für das Rennen. Deshalb konzentrierten wir uns auf Longruns, Zuverlässigkeit, Fahrzeugbalance und Fahrerzufriedenheit statt auf Qualifying-Simulationen. Ich denke, wir sollten stärker sein, als es die Rundenzeiten beim Testtag gezeigt haben. Das muss sich aber erst unter Rennbedingungen bestätigen. Natürlich würden wir das Ergebnis von Spa gerne wiederholen. Dafür muss jedoch vieles zusammenpassen. Zuverlässigkeit und fehlerfreie Arbeit von Team und Fahrern bleiben entscheidend.“ Der BMW M Hybrid V8 mit der Startnummer 20, Siegerfahrzeug von Spa, tritt mit den Tabellenführern Robin Frijns und René Rast sowie Sheldon van der Linde an. Das Fahrzeug präsentiert sich dabei in einem auffälligen Shell-Design. René Rast erklärte: „Nach dem Sieg in Spa sind die Erwartungen hoch. Ein Podiumsplatz liegt im Bereich des Möglichen, aber das ist Le Mans und dort kann alles passieren. Mit dem Testtag sind wir zufrieden. Wir haben viele Runden absolviert, alle wichtigen Punkte abgearbeitet und viel gelernt.“ Den BMW mit der Startnummer 15 pilotieren Kevin Magnussen und Raffaele Marciello, die aktuell auf Rang fünf der Hypercar-Fahrerwertung liegen. Komplettiert wird das Aufgebot durch Dries Vanthoor.Raffaele Marciello sagte: „Es ist ein langes Rennen, deshalb müssen wir zunächst einmal das Ziel erreichen. Man kann noch so viel testen und schnell fahren, Zuverlässigkeit steht an erster Stelle. Mal sehen, ob wir alle Faktoren zusammenbringen und ein gutes Ergebnis erzielen können.“ Der BMW M Hybrid V8 entwickelte sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich weiter und machte insbesondere bei Performance und Zuverlässigkeit einen deutlichen Schritt nach vorne. Dazu trug auch der Wissenstransfer aus dem nordamerikanischen Rennprogramm bei. Team WRT bestreitet von seiner neuen Basis in North Carolina aus seine erste Saison in der IMSA-Serie und sammelte dort bereits drei Podiumsplatzierungen. Marco Wittmann und Philipp Eng unterstützen das Team in Le Mans zusätzlich und stehen als Ersatzfahrer bereit.
LMGT3
In der LMGT3-Klasse setzt Team WRT zwei BMW M4 GT3 EVO ein. GT-Programmmanager Kurt Mollekens zeigte sich nach dem Testtag zufrieden: „Alles verlief gut. Die Zuverlässigkeit stimmt und alle Fahrer erledigten ihre Arbeit hervorragend. Wir verfügen in den Bronze-, Silber- und Profi-Kategorien über starke Fahrer. Deshalb befinden wir uns in einer guten Ausgangslage. Einige Konkurrenten wirken sehr konkurrenzfähig, aber wir werden sehen, wie sich das Bild im freien Training entwickelt. Grundsätzlich können wir das Podium anvisieren. Doch Le Mans bleibt Le Mans und man braucht immer auch das gewisse Quäntchen Glück.“ Der BMW mit der Startnummer 69, Siegerfahrzeug von Imola und aktuell Fünfter der Meisterschaft, wird von Dan Harper, Anthony McIntosh und Parker Thompson gefahren. Das Fahrzeug trägt erneut eine historische Sonderlackierung. In Le Mans erinnert das Design an den McLaren F1 GTR mit BMW-Motor, der 1995 die 24 Stunden von Le Mans gewann. Anthony McIntosh sagte: „Der Testtag verlief recht gut. Das Auto fühlt sich gut an und Team sowie Fahrer erledigten ihre Arbeit ordentlich, auch wenn noch etwas Arbeit vor uns liegt. Da wir alle drei Le-Mans-Neulinge sind, wollen wir Fehler vermeiden und jedem Fahrer ein unbeschädigtes Auto übergeben, insbesondere für die letzten acht Rennstunden.“ Im BMW mit der Startnummer 32 wechseln sich Augusto Farfus, Sean Gelael und Darren Leung ab. Die Lackierung des Fahrzeugs symbolisiert den Gedanken der kontinuierlichen Weiterentwicklung und orientiert sich an der Unternehmensphilosophie von Paradine. Darren Leung erklärte: „Es hilft, bereits Le-Mans-Erfahrung zu besitzen. Für mich ist es die dritte Teilnahme, aber ein anderes Auto fühlt sich natürlich anders an. Beim Testtag lagen viele Fahrzeuge innerhalb einer Sekunde. Die tatsächlichen Kräfteverhältnisse werden wir erst im freien Training erkennen. In Le Mans muss man besonders auf den Verkehr achten. Die LMP2-Fahrzeuge sorgen für zusätzliche Herausforderungen, da die Leistungsunterschiede der Fahrer dort größer ausfallen. Die Strecke selbst ist ebenfalls speziell. Man verbringt viel Zeit auf den Geraden und muss aufpassen, nicht von den Kurven überrascht zu werden. Die Strecke verleitet dazu, zu viel zu wollen, und bestraft das sofort.“
Road to Le Mans
Auch 2026 tritt Team WRT bei Road to Le Mans an. Die Veranstaltung der Michelin Le Mans Cup dient traditionell als Rahmenprogramm der 24 Stunden von Le Mans. In diesem Jahr erfolgt die Austragung erstmals als dreistündiges Rennen, das am Freitag um 10:00 Uhr startet.Team WRT setzt dabei einen BMW M4 GT3 EVO für die französischen Brüder Arnold und Maxime Robin ein. Beide arbeiteten bereits 2022 mit dem belgischen Team zusammen und kehren für diesen Einsatz in ihrer Heimatregion zurück. Der Start erfolgt im Rahmen des Projekts „Projet 24“, das junge Talente aus dem Langstreckensport fördert und dabei Motorsport, Motorradrennsport sowie Para-Sport unterstützt.
Racing is not everything…
Solidarität, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement gehören seit Jahren zur Identität von Team WRT. Unter den Schlagworten #WeaReaTeam und #WeaReuniTed verfolgt die Mannschaft die Überzeugung, dass Motorsport ein Werkzeug für Inklusion und die Stärkung des Selbstvertrauens sein kann. Im Rahmen der philanthropischen Aktivitäten während der 24 Stunden von Le Mans organisiert Team WRT erneut ein soziales Projekt. Nach dem „Coup de Cœur“-Preis des ACO im Jahr 2024 für das Projekt mit der Fondation Arthritis sowie der Unterstützung des jungen Kartfahrers Gabin Léger im Jahr 2025 richtet sich der Fokus nun auf Kinder mit schulischen Herausforderungen. Insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler der Schule Saint Joseph – LaSalle in Le Mans, die durch das französische SEGPA-Programm für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten oder leichten Behinderungen begleitet werden, erhalten die Möglichkeit, den Le-Mans-Traum hautnah zu erleben. Geplant sind ein Karttag am Montag sowie ein exklusiver Besuch der Rennstrecke am Dienstag als Gäste von Team WRT. Gabin Léger und Maxime Robin begleiten die Gruppe und teilen ihre Erfahrungen.
Zeitplan
Mittwoch, 10. Juni 2026
14:00 bis 17:00 Uhr: Freies Training 1
18:45 bis 19:15 Uhr: LMGT3 Qualifying
19:30 bis 20:00 Uhr: Hypercar Qualifying
22:00 bis 00:00 Uhr: Freies Training 2
Donnerstag, 11. Juni 2026
14:45 bis 17:45 Uhr: Freies Training 3
20:00 bis 20:20 Uhr: LMGT3 Hyperpole 1
20:35 bis 20:50 Uhr: LMGT3 Hyperpole 2
21:05 bis 21:25 Uhr: Hypercar Hyperpole 1
21:40 bis 21:55 Uhr: Hypercar Hyperpole 2
23:00 bis 00:00 Uhr: Freies Training 4
Freitag, 12. Juni 2026
10:00 bis 13:00 Uhr: Road to Le Mans
16:00 Uhr: Fahrerparade
Samstag, 13. Juni 2026
12:00 bis 12:15 Uhr: Warm-up
16:00 Uhr: Rennstart
Sonntag, 14. Juni 2026
16:00 Uhr: Zieleinlauf
Text: WRT Pressemitteilung











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