Acht Geschichten aus Monza, die leicht untergingen

Bild: SRO / JEP
Bild: SRO / JEP

Das Endurance-Cup-Rennen der GT World Challenge powered by AWS in Monza bot am vergangenen Wochenende reichlich Gesprächsstoff. Vom Startunfall mit mehreren Fahrzeugen bis zum überraschenden Gesamtsieg von Tresor Attempto Racing mit Audi entwickelte sich ein außergewöhnliches Rennen. Einige bemerkenswerte Geschichten gerieten dabei fast in den Hintergrund.

 

Audi gewann mit einer vergleichsweise einfachen Strategie

Trotz aller Turbulenzen basierte der Sieg des Audi R8 LMS GT3 Evo II von Tresor Attempto Racing auf einer eher klassischen Strategie. Nach dem Neustart infolge des Startunfalls lag das Fahrzeug noch auf Platz 17, arbeitete sich bis zur Rennhalbzeit auf Rang sechs vor und befand sich 45 Minuten vor Schluss bereits auf Podiumskurs.

Die späte Full-Course-Yellow spielte dem Team schließlich in die Karten. Nachdem der McLaren von Team RJN früher als nötig zum letzten Stopp gekommen war, musste der Audi nur noch den Winward-Mercedes-AMG hinter sich lassen. Rocco Mazzola gewann das Duell an der Boxenausfahrt gegen Marvin Dienst und verteidigte die Führung bis zur letzten Neutralisierung.

 

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RJN-McLaren hatte vermutlich das schnellste Auto

Obwohl Audi den Sieg verdient einfuhr, schien der McLaren von Team RJN lange Zeit der wahrscheinlichere Überraschungssieger zu sein. Vor allem Ben Dörr überzeugte mit starkem Tempo und lag während der Schlussphase in aussichtsreicher Position.

Als rund 20 Minuten vor Rennende die Full-Course-Yellow ausgerufen wurde, entschied sich das Team sofort zum Boxenstopp. Rückblickend erwies sich dies als Nachteil. Die Neutralisierung dauerte länger als erwartet, nachdem der Mercedes-AMG mit der Startnummer 222 aufgrund eines Motorschadens ausgerollt war. Ohne diese Verlängerung hätte der McLaren möglicherweise um den Sieg gekämpft.

 

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Winward Racing verlor ein Top-Ergebnis durch Fremdeinwirkung

Besonders bitter verlief das Rennen für Winward Racing. Bereits Bronze-Pilot Rinat Salikhov fuhr in der Anfangsphase in den Top sechs des Gesamtklassements. Gabriele Piana und Marvin Dienst hielten den Mercedes-AMG anschließend dauerhaft an der Spitze des Feldes.

 

Dienst kämpfte in der Schlussphase sogar um den Gesamtsieg, ehe die Startnummer 87 durch eine Kettenreaktion aus dem Rennen gerissen wurde. Der Porsche von Pure Rxcing traf den Mercedes-AMG, nachdem er zuvor selbst vom BMW mit der Nummer 32 getroffen worden war. Statt Podium oder Sieg blieb am Ende nur Enttäuschung.

 

Pro- und Gold-Cup-Fahrzeuge blieben überraschend blass

Selten zuvor spielten die Pro-Fahrzeuge eine so geringe Rolle im Kampf um die Spitzenplätze. Lediglich ein Pro-Auto erreichte das Podium, nur vier Fahrzeuge dieser Kategorie schafften es in die Top Ten. Von 17 gestarteten Pro-Fahrzeugen kamen lediglich acht in die Wertung.

 

Auch der Gold Cup erlebte keinen einfachen Tag. Der Klassensieger von Selected Car Racing belegte im Gesamtklassement lediglich Rang 14. Auffällig: Während mehr als die Hälfte der Pro-Fahrzeuge ausfiel, erreichten alle 16 Bronze-Cup-Starter sowie 13 der 16 Silver-Cup-Fahrzeuge das Ziel.

 

Die Pechsträhne des Boutsen-VDS-Porsche hält an

Für den Porsche mit der Startnummer zehn von Boutsen VDS setzte sich eine bemerkenswerte Serie fort. Erneut gelang dem Fahrzeug keine einzige Rennrunde. Damit blieb der Wagen bereits zum vierten Mal in Folge ohne gewertete Runde, wobei das Team jeweils unverschuldet in Zwischenfälle verwickelt wurde.

 

Ganz anders verlief die Saison für das Schwesterfahrzeug mit der Nummer zwei. Dieses absolvierte bislang jede einzelne Runde in Sprint- und Endurance-Rennen und kommt inzwischen auf insgesamt 337 Rennrunden.

 

Kessel Racing erbte den Bronze-Cup-Sieg

30 Minuten vor Rennende lag die Ferrari-Mannschaft von Kessel Racing lediglich auf Rang fünf im Bronze Cup. Kurz nach Rennende standen Dustin Blattner, Dennis Marschall und Lorenzo Patrese dennoch als Klassensieger fest.

 

Marschall arbeitete sich beim letzten Restart zunächst an einem Aston Martin vorbei. Als wenig später der führende Winward-Mercedes-AMG ausschied, rückte die Ferrari-Besatzung an die Spitze der Klasse auf und brachte den Sieg ins Ziel.

 

Dennis Marschall sichert sich Sonderpreis

Neben dem Klassensieg durfte sich Dennis Marschall über eine weitere Auszeichnung freuen. Mit einer Rundenzeit von 1:46,396 Minuten fuhr der Deutsche in der Schlussphase die schnellste Rennrunde und gewann damit ein individuell gestaltetes Paar GT-World-Sneaker.

 

Zuvor hatten bereits Nicki Thiim, Maro Engel und Morris Schuring diesen neuen Sonderpreis der Saison 2026 erhalten.

 

Monza bleibt das Land der Überraschungen

Die vielleicht kurioseste Statistik des Wochenendes betrifft den Sieger selbst. Der Audi von Tresor Attempto Racing startete lediglich von Position 29 und stellte damit den Rekord für den Sieger mit der schlechtesten Startposition ein.

 

Bemerkenswert: Dieses Kunststück gelang bereits zum dritten Mal in der Geschichte der Serie und zum zweiten Mal in Monza. Zudem war es der erste Gesamtsieg eines Silver-Cup-Fahrzeugs in einem Endurance-Cup-Rennen. Das bislang beste Ergebnis eines Silver-Cup-Autos war ein dritter Platz, ebenfalls erzielt in Monza im Jahr 2021.

 

 

Text: NRingInfo

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