
Die 94. Auflage der 24 Stunden von Le Mans ist das dritte von acht Rennen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft 2026. Mit Aston Martin, Alpine, BMW, Cadillac, Ferrari, Genesis, Peugeot und Toyota treten zahlreiche große Hersteller in der Hypercar-Klasse an.
Was ist ein Hypercar?
Seit 2021 bildet die Hypercar-Klasse die Topkategorie der FIA WEC und damit auch der 24 Stunden von Le Mans. Zwei Fahrzeugkonzepte treten gegeneinander an: Le Mans Hypercar und Le Mans Daytona h.
Beide Fahrzeugtypen starten sowohl in der FIA WEC als auch in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship und können damit bei den 24-Stunden-Rennen in Le Mans und Daytona antreten.
Le Mans Hypercar erlaubt verschiedene technische Konzepte und kann mit einem Hybridsystem an der Vorderachse ausgerüstet werden. Beim Le Mans Daytona h stammt die Grundstruktur des Fahrzeugs von einem der vier Chassishersteller Dallara, Multimatic, Ligier oder Oreca.
Die Hypercars sind geschlossene Prototypen mit oder ohne Hybridantrieb und fahren auf Michelin-Reifen. Alle drei Fahrer einer Besatzung zählen zu den Profis. Das Mindestgewicht liegt bei 1.030 Kilogramm, die maximale Leistung bei 500 Kilowatt beziehungsweise 680 PS. Die Balance of Performance sorgt für vergleichbare Leistungswerte. Eine Runde auf dem 13,626 Kilometer langen Circuit des 24 Heures du Mans dauert rund dreieinhalb Minuten.
Aston Martin THOR Team
#007: Harry Tincknell, Tom Gamble, Ross Gunn
#009: Alex Riberas, Marco Sørensen, Roman De Angelis
Aston Martin startet mit der Valkyrie in die zweite Hypercar-Saison. Das ursprünglich als Straßenfahrzeug entwickelte Modell brachte die Marke nach 14 Jahren zurück in die Topklasse des Langstreckensports. Das erste Jahr diente vor allem dem Lernen. In Le Mans belegten die beiden britischen Hypercars die Plätze zwölf und 14. Beim 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps erzielte das Aston Martin THOR Team mit Rang vier der #007 sein bislang bestes WEC-Ergebnis.
Alpine Endurance Racing
#35: António Félix da Costa, Charles Milesi, Ferdinand Habsburg
#36: Frédéric Makowiecki, Jules Gounon, Victor Martins
Alpine beendete die Saison 2025 mit einem Aufwärtstrend. Der erste Sieg bei den 6 Stunden von Fuji, dem 100. Rennen der FIA WEC, und stetige Fortschritte stärkten das Selbstvertrauen. Mit António Félix da Costa und Victor Martins kamen neue Fahrer hinzu. Zudem erhielt der A424 Weiterentwicklungen. Trotz eines schwierigen Rennens in Spa blickt Alpine zuversichtlich auf Le Mans.
BMW M Team WRT
#15: Kevin Magnussen, Raffaele Marciello, Dries Vanthoor
#20: Robin Frijns, René Rast, Sheldon Van Der Linde
Der BMW M Hybrid V8 machte 2025 deutliche Fortschritte, blieb jedoch ohne Sieg. Ein neues Aerodynamikpaket brachte 2026 den Durchbruch. Bei den 6 Stunden von Spa feierte BMW einen Doppelsieg mit der #20 vor der #15. Nun peilt BMW M Team WRT den zweiten Gesamtsieg in Le Mans nach 1999 an.
Cadillac Hertz Team JOTA
#12: Louis Delétraz, Will Stevens, Norman Nato
#38: Sébastien Bourdais, Earl Bamber, Jack Aitken
Cadillac Hertz Team JOTA holte 2025 die Hyperpole in Le Mans und gewann die 6 Stunden von São Paulo. Für 2026 erhielt der Cadillac V-Series.R ein überarbeitetes Aerodynamikpaket mit neu geformtem Heckflügel und ohne Front-Winglets. Dadurch soll die Höchstgeschwindigkeit des amerikanischen Hypercars steigen.
Cadillac WTR
#101: Ricky Taylor, Jordan Taylor, Filipe Albuquerque
Wayne Taylor Racing erlebte 2025 ein enttäuschendes Le-Mans-Debüt und musste das Rennen vorzeitig beenden. In diesem Jahr kehrt das amerikanische Team mit Revanchegedanken zurück und ergänzt das Cadillac-Aufgebot neben den beiden Fahrzeugen von Hertz Team JOTA.
Ferrari-AF Corse
#50: Antonio Fuoco, Nicklas Nielsen, Miguel Molina
#51: Alessandro Pier Guidi, James Calado, Antonio Giovinazzi
Ferrari-AF Corse gewann 2025 die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft und feierte dank der #83 von AF Corse den dritten Le-Mans-Sieg in Folge. Am Ferrari 499P gab es keine größeren technischen Änderungen. Stattdessen nutzte Ferrari die Winterpause, um Daten auszuwerten und die Abstimmung zwischen Simulation und Strecke zu verbessern.
AF Corse
#83: Robert Kubica, Yifei Ye, Philip Hanson
Die #83 gewann 2025 die 24 Stunden von Le Mans und bescherte Ferrari den dritten Erfolg nacheinander. Mit demselben Fahrzeug und derselben Fahrerpaarung zählt die Mannschaft erneut zu den Favoriten.
Genesis Magma Racing
#17: André Lotterer, Luis Felipe Derani, Mathys Jaubert
#19: Mathieu Jaminet, Paul-Loup Chatin, Daniel Juncadella
Genesis zählt zu den großen Neuheiten der 94. Auflage. Die südkoreanische Marke setzt auf Oreca-Erfahrung beim Chassis und nutzt einen V8-Biturbo-Motor aus dem Rallyeprogramm. Mit dem dreifachen Le-Mans-Sieger André Lotterer bringt das Team viel Erfahrung ins Projekt. In Spa sammelte Genesis Magma Racing die ersten WEC-Punkte.
Peugeot TotalEnergies
#93: Paul Di Resta, Stoffel Vandoorne, Nick Cassidy
#94: Loïc Duval, Malthe Jakobsen, Théo Pourchaire
Peugeot erlebte 2025 eine wechselhafte Saison mit vielen Erkenntnissen. Der 9X8 wurde weiterentwickelt, das Team neu strukturiert und das Ziel klarer formuliert. Die französische Marke möchte in der FIA WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans wieder um Spitzenplätze kämpfen.
Toyota Gazoo Racing
#7: Mike Conway, Kamui Kobayashi, Nyck de Vries
#8: Sébastien Buemi, Brendon Hartley, Ryo Hirakawa
Toyota tritt 2026 mit dem TR010 Hybrid an, einer Weiterentwicklung des seit 2021 eingesetzten GR010 Hybrid. Das japanische Hypercar gewann zum Saisonauftakt die 6 Stunden von Imola und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen auf dem Weg nach Le Mans.
Text: 24h Le Mans Pressemeldung











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