Die LMP2-Klasse der 94. Auflage der 24 Stunden von Le Mans vom 10. bis 14. Juni 2026 umfasst 19 Fahrzeuge, davon neun mit Pro-Am-Besatzungen. Inter Europol Competition kehrt als Titelverteidiger zurück und zählt erneut zu den Favoriten.
Was ist ein LMP2?
Der Le Mans Prototype 2 ist ein geschlossener Rennprototyp, der ausschließlich für den Motorsport entwickelt wurde. Die Kategorie richtet sich an unabhängige Teams in Le Mans, der European Le Mans Series, der Asian Le Mans Series und der IMSA WeatherTech SportsCar Championship.
Vier Hersteller liefern die Chassis: Dallara, Oreca, Riley-Multimatic und Onroak. Gibson stellt als alleiniger Motorenlieferant einen 4,2 Liter großen V8-Saugmotor bereit. Die Fahrzeuge leisten rund 375 Kilowatt, wiegen mindestens 950 Kilogramm und nutzen Einheitsreifen von Goodyear.
Jede Besatzung muss mindestens einen Silber- oder Bronze-Fahrer umfassen. Teams mit Bronze-Pilot treten zusätzlich in der LMP2-Pro-Am-Wertung an.
Die Favoriten und wichtigsten Teams
Inter Europol Competition reist als Titelverteidiger nach Le Mans. Die #43 mit Jakub Smiechowski, Tom Dillmann und Nicholas Yelloly will den Vorjahressieg wiederholen. Das polnische Team gewann bereits 2023 in Le Mans und sammelte 2026 bislang drei zweite Plätze in Daytona, Barcelona und Le Castellet.
United Autosports zählt ebenfalls zu den stärksten Teams im Feld. Die britische Mannschaft gewann die LMP2-Klasse in Le Mans 2020 und 2024. Die #22 teilen sich Rasmus Lindh, Grégoire Saucy und Mikkel Jensen, während Daniel Schneider, Benjamin Hanley und Oliver Jarvis die #222 in der Pro-Am-Wertung steuern.
Algarve Pro Racing bringt viel Erfahrung mit. Das portugiesische Team feierte bereits drei Pro-Am-Siege in Le Mans und gewann Anfang 2026 die Rolex 24 at Daytona. Michael Jensen, Enzo Trulli und Jake Hughes starten mit der #25 und zählen in der Pro-Am-Klasse zu den Anwärtern auf den Sieg.
Proton Competition setzt erneut zwei Oreca 07-Gibson ein. Die #9 von Jonas Ried, Kakunoshin Ohta und Harry King trägt die Farben von seven x seven und dient zugleich als Vorbereitung für Fords Hypercar-Programm. Die #44 tritt mit Horst Felix Felbermayr, Horst Jr. Felbermayr und Lorenzo Fluxà in den bekannten Familienfarben an.
TDS Racing bringt mit Mathias Beche und Porsche-Werksfahrer Kévin Estre viel Tempo in die Pro-Am-Wertung. Gemeinsam mit Tobias Lutke, Gründer und Geschäftsführer von Shopify, will die Mannschaft an den fünften Platz des Vorjahres anknüpfen.
Starke Herausforderer im breiten Feld
Nielsen Racing startet mit David Heinemeier Hansson, Edward Pearson und Jack Doohan. Nach dem Ausfall im Vorjahr peilt das britische Team eine Rückkehr in die Spitzengruppe an.
Vector Sport setzt auf Konstanz und tritt mit Ryan Cullen, Vladislav Lomko und Pietro Fittipaldi in derselben Besetzung wie 2025 an. Das Team belegte 2024 Rang fünf in Le Mans und zeigte zuletzt solide Leistungen in der European Le Mans Series.
IDEC Sport absolviert den zehnten Le-Mans-Start in Folge. Paul Lafargue, Valerio Rinicella und Job van Uitert wollen nach dem Ausfall im Vorjahr wieder ein starkes Ergebnis einfahren.
Forestier Racing by Panis verbindet die Erfahrung von Panis Racing mit frischem Schwung. Louis Rousset, Esteban Masson und Oliver Gray gewannen 2026 bereits die 4 Stunden von Barcelona und zählen damit ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis.
Duqueine Team bringt mit Doriane Pin, Julien Andlauer und Richard Verschoor eine spannende Fahrerpaarung an den Start. Besonders Porsche-Werksfahrer Andlauer bringt reichlich GT- und Langstreckenerfahrung mit.
CLX Motorsport, ehemals Cool Racing, setzt auf junge Talente aus den Nachwuchsserien. Adrien Clomesnil und Theodor Jensen kommen als europäische LMP3-Meister nach Le Mans, Ian Aguilera steigt aus der LMP3 in die LMP2 auf.
Pro-Am mit mehreren Siegkandidaten
DKR Engineering tritt mit John Farano, Sebastián Álvarez und Renger van der Zande an. Für van der Zande markiert 2026 bereits den neunten Start in Le Mans.
Crowdstrike Racing by APR erhielt durch den GT-Titel in der Asian Le Mans Series 2025/26 eine Einladung. George Kurtz teilt sich die #4 mit Alexander Quinn und Porsche-Werksfahrer Laurin Heinrich.
RD Limited bestreitet erstmals die LMP2-Klasse in Le Mans. Teamchef Romain Dumas bringt Erfahrung aus 23 Le-Mans-Starts mit und teilt sich die #48 mit Tristan Vautier und Fred Poordad.
AO by TF verteidigt den Pro-Am-Sieg aus dem Vorjahr. PJ Hyett, James Allen und Dane Cameron treten mit der auffälligen Pegasus-Lackierung namens Rockie an.
AF Corse gewann die Pro-Am-Klasse 2024 und setzt 2026 auf François Perrodo, Matthieu Vaxiviere und Ben Barnicoat. Auch diese Besetzung bringt genug Erfahrung mit, um um den Klassensieg zu kämpfen.
Die LMP2-Klasse bleibt damit eine der offensten Kategorien in Le Mans. Mit 19 Fahrzeugen, zahlreichen erfahrenen Teams und mehreren Pro-Am-Favoriten dürfte auch 2026 kaum vorhersehbar verlaufen.
Text: 24h Le Mans Pressemeldung











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