
Die GT World Challenge Europe powered by AWS kehrt am kommenden Wochenende nach Monza zurück. Kaum ein Rennen der vergangenen Jahre bleibt dabei so präsent wie der Endurance-Cup-Lauf 2024. Ahmad Al Harthy, Sam De Haan und Jens Klingmann sorgten damals im BMW M4 GT3 von OQ by Oman Racing für eine der größten Überraschungen der Meisterschaftsgeschichte und feierten als erstes Bronze-Cup-Team überhaupt einen Gesamtsieg.
Eigentlich verfolgte die Mannschaft vor dem Rennwochenende lediglich das Ziel, um den Klassensieg zu kämpfen. Bronze-Cup-Fahrzeuge treten mit einem Amateurfahrer, einem Silber-Piloten und einem Profi an und konzentrieren sich normalerweise auf ihre eigene Wertung. Ein Platz im vorderen Mittelfeld des Gesamtklassements gilt bereits als Erfolg. Doch ein Geistesblitz des Team-WRT-Ingenieurs Will McKelvie sollte alles verändern.
Kurz vor dem Rennen erkannte McKelvie eine strategische Möglichkeit, nachdem die Organisatoren einen zusätzlichen Pflichtboxenstopp eingeführt hatten. Seine Idee setzte allerdings ein frühes Safety Car voraus. Genau dieses Szenario trat bereits in der ersten Runde ein, als mehrere Zwischenfälle das Feld neutralisierten. Team WRT reagierte sofort und absolvierte einen Großteil der vorgeschriebenen Boxenstopps unter Gelb, ohne dabei eine Runde zu verlieren. Während die Konkurrenz noch ihrem normalen Rennrhythmus folgte, arbeitete die Mannschaft ihre Pflichtaufgaben bereits ab.
Viele Beobachter gingen zunächst davon aus, dass der BMW aufgrund eines Schadens ungewöhnlich oft an die Box kam. Tatsächlich verlief das Rennen für die Mannschaft nahezu perfekt. Ahmad Al Harthy übernahm im Mittelstint das Steuer und erkannte früh das Potenzial der Strategie. Als Jens Klingmann für die Schlussphase ins Cockpit stieg, zeichnete sich immer deutlicher ab, dass nicht nur ein Podiumsplatz, sondern sogar der Gesamtsieg möglich war.
In der Endphase entwickelte sich ein dramatischer Kampf gegen die Favoriten. Der Schwester-BMW von Team WRT sowie der schnelle AF-Corse-Ferrari mit Alessandro Pier Guidi erhöhten den Druck. Dennoch verteidigte Klingmann die Führung bis ins Ziel und bescherte OQ by Oman Racing einen historischen Erfolg. Gleichzeitig schrieb Ahmad Al Harthy Motorsportgeschichte als erster Fahrer aus Oman, der ein bedeutendes internationales Rundstreckenrennen gewann.
Der Sieg von Monza bleibt bis heute einzigartig. Neben dem ersten Gesamterfolg eines Bronze-Cup-Teams stellte die Mannschaft einen weiteren Rekord ein. Von Startplatz 29 gestartet, egalisierte das Team die bislang schlechteste Ausgangsposition eines Rennsiegers in der Geschichte der GT World Challenge. Ein Erfolg, der eindrucksvoll zeigte, dass in Monza nicht immer das schnellste Auto gewinnt, sondern manchmal die cleverste Strategie.
Text: NRingInfo











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