
Die GT World Challenge Europe powered by AWS gastiert am kommenden Wochenende in Monza und für Sean Gelael dürfte der Auftritt auf dem traditionsreichen Hochgeschwindigkeitskurs eine ganz besondere Bedeutung besitzen. Der Indonesier startet erstmals als Werksfahrer von Ferrari bei einem Heimrennen der italienischen Marke und vertritt dabei nicht nur die Farben von AF Corse, sondern auch sein Heimatland auf einer der größten Bühnen des GT-Sports.
Gelael teilt sich den Ferrari 296 GT3 Evo mit Arthur Leclerc und Lilou Wadoux. Die Zusammenarbeit entstand über Kontakte innerhalb der Ferrari-Familie, unter anderem durch seinen langjährigen Freund Antonio Giovinazzi. Nach rund einem Jahr Gesprächen erhielt der Indonesier schließlich die Möglichkeit, für die Traditionsmarke aus Maranello anzutreten. Für den 29-Jährigen erfüllt sich damit ein lang gehegter Wunsch.
Besonders die Atmosphäre in Monza sorgt für zusätzliche Motivation. Vor den Tifosi im Ferrari anzutreten, bezeichnet Gelael als etwas Besonderes. Gemeinsam mit Leclerc und Wadoux bildet er zudem eine junge Fahrerpaarung innerhalb des Ferrari-Aufgebots. Während die Schwesterbesatzung der Startnummer 51 auf viel Erfahrung zurückgreifen kann, verfolgt Ferrari mit dem Trio im #50 Ferrari bewusst einen zukunftsorientierten Ansatz.
Der Wechsel in ein Pro-Fahrzeug stellt für Gelael eine neue Herausforderung dar. Noch 2025 trat er im Bronze Cup mit einem BMW M4 GT3 EVO an, während er parallel in der FIA WEC ebenfalls BMW fuhr. Den Unterschied zwischen beiden Fahrzeugen beschreibt er als enorm. Während der BMW vor allem Traktion und Bremsstabilität verlangt, profitiert der Ferrari von hohen Kurvengeschwindigkeiten und einem anderen Fahrstil. Seine Erfahrungen aus Formel 2 und Formel-1-Testfahrten helfen ihm dabei, sich schnell auf die Anforderungen moderner GT3-Fahrzeuge einzustellen.
Neben seinen sportlichen Ambitionen blickt Gelael auch auf seine Rolle als Botschafter des Motorsports in Indonesien. Mit rund 290 Millionen Einwohnern zählt das Land zu den größten Nationen der Welt, spielt im internationalen Motorsport bislang jedoch nur eine Nebenrolle. Gelael hofft, durch seine Erfolge junge Menschen für den Rennsport zu begeistern und damit nicht nur zukünftige Fahrer, sondern auch Ingenieure, Mechaniker und Journalisten für die Branche zu gewinnen.
Erst vor wenigen Wochen trat der Indonesier erstmals bei einem internationalen Rennen in seiner Heimat an, als die GT World Challenge Asia in Mandalika gastierte. Vor heimischen Fans fuhr er die Pole-Position heraus und erreichte einen Podestplatz. Nun wartet mit Monza die nächste besondere Erfahrung. Dort wird Sean Gelael erstmals die Unterstützung der Tifosi erleben und versuchen, gemeinsam mit Ferrari um Spitzenpositionen im Endurance Cup zu kämpfen.
Text: NRingInfo











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