Monza ist für ROWE RACING und auch für BMW M Werksfahrer Jens Klingmann ein magischer Ort. Die Mannschaft aus St. Ingbert feierte im italienischen Hochgeschwindigkeits-Tempel 2023 den erst zweiten Doppelsieg eines Teams in der Geschichte der GT World Challenge Europe und damit den größten Erfolg in dieser Serie neben den drei Triumphen bei den 24 Stunden von Spa. Jens Klingmann gelang dort ein Jahr später der erste Sieg eines Bronze-Autos in Europas teilnehmerstärksten GT3‑Rennserie. Und auch sonst ist der legendäre „Königliche Park“, die Heimat des italienischen Formel-1-GP, ein sehr positives Pflaster für den 35-Jährigen, der unter anderem solche Erfahrungen in dieser Saison als Mentor an seine Teakmollegen Ugo de Wilde und Tim Tramnitz im #998 BMW M4 GT3 EVO weitergibt.
Bereits seit 2014 gehört Jens Klingmann zum Werksfahrerkader von BMW M Motorsport und hat auf und neben der Strecke schon vieles erlebt. Da er seinen großen Erfahrungsschatz und auch sein Wissen als Testfahrer bei der Entwicklung des BMW M4 GT3 offen und gerne mit Teamkollegen teilt, war er die perfekte Besetzung für das Mentoring-Projekt um den #998 BMW M4 GT3 EVO. An seiner Seite sollen sich die beiden jüngsten BMW M Werksfahrer Tim Tramnitz und Ugo de Wilde in einer äußerst umkämpften Rennserie wie der GT World Challenge Europe weiterentwickeln.
Umso besser, dass er dabei auch fahrerisch eine Messlatte für die beiden Kollegen ist. In seiner Vita stehen unter anderem der zweite Platz mit ROWE RACING bei den 24 Stunden von Spa 2018, oder ein Podiumsplatz bei den 24h Nürburgring, die er vor zwei Wochen im spektakulären BMW M3 Touring 24H als Fünfter direkt hinter ROWE RACING abgeschlossen hatte. Ein besonderer Ort ist für den in Heidelberg geborenen Jens Klingmann ist aber ohne Zweifel Monza. Neben dem historischen Gesamtsieg 2024 feierte er dort im vorigen Jahr im Endurance Cup der GTWC den Klassensieg im Gold Cup, in dem er in diesem Jahr auch mit Ugo de Wilde und Tim Tramnitz startet und die Saison in Le Castellet mit Platz drei im Gold Cup vielversprechend begann. Und in der Italian GT Championship holte der zweimalige Sprint-Cup-Champion (2023 und 2024) in Monza in acht Rennen mit Kollegen wie Timo Glock, Bruno Spengler, Raffaele Marciello und Jesse Krohn insgesamt fünf Siege, einen zweiten und einen dritten Platz.
Raffaele Marciello, der mit Jens Klingmann 2024 zweimal in Monza siegte, ist diesmal Teamkollege und Konkurrent gleichermaßen. „Lello“ steuert zusammen mit Augusto Farfus und Jake Dennis den #98 BMW M4 GT3 EVO. Nach dem unter anspruchsvollen Voraussetzungen hart erkämpften sechsten Platz in Le Castellet will das Trio diesmal wieder in den Kampf ums Podium eingreifen.
Die 5,793 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitspiste im berühmten „Königlichen Park“ ist die Heimat des Großen Preises von Italien in der Formel 1 und stellt ganz besondere und extreme Anforderungen an die Fahrzeuge. Bei dem Wechsel von langen Geraden und langsamen Schikanen sind neben Topspeed auch eine gute Traktion und standhafte Bremsen nötig, dazu kommen mit der Curva Grande und der legendären Parabolica zwei sehr schnelle Kurven.
Das Rennwochenende in Monza beginnt für die Mannschaft aus St. Ingbert am Samstag (30. Mai) mit dem 90‑minütigen Freien Training von 9.00 bis 10.30 Uhr, am Mittag steht von 14.25 bis 15.55 Uhr das zweite Freie Training ebenfalls über 90 Minuten auf dem Programm. Am Sonntag (31. Mai) wird von 9.50 bis 10.50 Uhr im Qualifying die Startaufstellung für das dreistündige Rennen ermittelt, das um 15.30 Uhr gestartet wird.
Vier Fragen an Jens Klingmann (#998 BMW M4 GT3 EVO, ROWE RACING)
Was bedeutet für Dich das Mentoring-Projekt mit dem ROWE RACING #998 BMW M4 GT3 EVO und wie siehst Du Deine Rolle darin?
Jens Klingmann: „Für mich ist das eine ganze besondere Aufgabe, ja sogar eine Herzensangelegenheit. Ich bin seit 14 Jahren BMW M Werksfahrer und habe in dieser Zeit vieles erlebte und gelernt und tolle Erfahrungen gemacht. Ich freue mich, dass ich davon jetzt auch etwas weitergeben kann und bin mit Leib und Seele in diesem Projekt dabei. Heutzutage wird von jungen Fahrern fast schon erwartet, dass sie alles können, vor allem in einer so kompetitiven Rennserie wie der GT World Challenge Europe. Ich versuche jetzt in meiner Rolle, neben dem möglichst schnellen Rennfahren Ugo und Tim in allen Bereichen zu unterstützen. Natürlich an der Strecke, aber auch darin, wie man sich am Besten auf ein Rennwochenende vorbereitet, oder mit einfachen organisatorischen Dingen, zum Beispiel wo man seinen Dienstwagen abholt. Das alles macht mir sehr viel Spaß. Durch meine intensive Einbindung in die Entwicklung des BMW M4 GT3 habe ich mein Ego ohnehin ein wenig nach hinten gestellt und freue mich über jeden Erfolg eines unserer Autos, weil ich ja irgendwie auch einen kleines Teil dazu beigetragen habe.“
Hättest Du Dir zu Beginn Deiner Karriere auch so ein Projekt gewünscht?
Jens Klingmann: „Das war damals noch eine andere Zeit und es herrschte an anderer Mindset. Früher hat man sein Wissen nicht so mit zwei Jungspunden geteilt. Jeder wollte selbst der Schnellste sein. Inzwischen ist das – zumindest bei uns – anders. Offenheit hat bei BMW M Motorsport einen hohen Stellenwert. Je schneller mein Kollege ist, desto besser werde ich auch. Auch ich lerne immer noch dazu. Man muss ein Teamplayer sein, um erfolgreich zu sein – und Ugo und Tim erfüllen das perfekt.“
Wie sehen Deine Ziele mit dem #998 BMW M4 GT3 EVO in der GT World Challenge Europe aus?
Jens Klingmann: „Natürlich steht bei diesem Projekt die Förderung im Vordergrund. Aber wir haben auch einen Blick auf den Gold Cup und würden gerne dort um Podien und den Titel mitkämpfen. Dass wir das können, haben wir im ersten Rennen in Le Castellet ja auch schon unter Beweis gestellt.“
Mit welchen Emotionen und Zielen reist Du jetzt nach Monza?
Jens Klingmann: „Monza – das ist für mich vor allem viel Leidenschaft. Diese Old-School-Strecke mitten im Park macht einfach großen Spaß. Da sie inzwischen auch viel Grip bietet, kann man jede Runde pushen. Ich freue mich sehr auf das Rennen, auch weil es nicht so weit weg von meinem Zuhause in Ismaning ist und ich familiären Support haben werde. Außerdem habe ich in Monza schon viele Erfolge gefeiert, in der GT World Challenge Europe und auch in der Italian GT. Daher ist es eine meiner Lieblingsstrecken. Vor allem der Gesamtsieg mit einem Bronze-Auto war einzigartig in der Geschichte GTWC und für mich ein Karriere-Highlight. Und in der Italian GT habe ich seit 2022 in jedem Jahr mindestens ein Rennen gewonnen.“
Text: Pressemeldung ROWE Racing











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