Die GT World Challenge Europe kehrt am Wochenende des 2. und 3. Mai 2026 nach Brands Hatch zurück, doch der internationale GT-Sport schrieb an diesem traditionsreichen Kurs bereits 1996 ein wichtiges Kapitel. Damals gastierte die BPR Global GT Series erstmals in Kent und sorgte mit spektakulären Fahrzeugen, hochkarätigen Fahrern und einem dominanten Porsche-Auftritt für einen Meilenstein in der Entwicklung des modernen GT-Rennsports.
Mitten in einer sportlich und kulturell prägenden Zeit der 1990er-Jahre etablierte sich die BPR-Serie als neue Referenz im GT-Bereich. Seit ihrer Einführung 1994 kombinierte sie professionelle Piloten mit ambitionierten Amateuren und setzte auf Fahrzeuge, die eng an Serienmodelle angelehnt waren. Der Lauf in Brands Hatch bildete die achte Station eines globalen Kalenders und brachte ein internationales Feld an den Start, darunter Namen wie John Nielsen, Bob Wollek und Jean-Pierre Jarier. Gleichzeitig vertraten britische Fahrer wie Andy Wallace und James Weaver die heimischen Farben und lieferten sich intensive Duelle auf der anspruchsvollen Strecke.
Für das größte Aufsehen sorgte jedoch Porsche mit dem neu entwickelten 911 GT1. Das Fahrzeug wich konzeptionell stark von klassischen GT-Autos ab und galt als kompromissloser Rennwagen. Da ein entsprechendes Serienmodell fehlte, ließ die Rennleitung den Einsatz nur außerhalb der Wertung zu. Thierry Boutsen nutzte diese Freiheit im Qualifying und setzte mit einer Zeit von 1:21.166 Minuten eine klare Bestmarke, die die Konkurrenz deutlich distanzierte und die Diskussionen um das Fahrzeug weiter anheizte.
Im Rennen zeigte sich schnell, dass der Porsche das Tempo diktierte. Nach einem kurzen Schlagabtausch in der Anfangsphase übernahm das Fahrzeug die Führung und kontrollierte das Geschehen souverän über die gesamte Distanz. Für viele Beobachter wirkte der Auftritt wie eine Demonstration technischer Überlegenheit, die den Wettbewerb deutlich in den Schatten stellte. Zeitzeugen erinnerten sich später an die enorme Geschwindigkeit und die scheinbar mühelose Dominanz des GT1.
Neben dem dominierenden Porsche prägten auch andere ikonische Fahrzeuge das Bild des Wochenendes. Der Lister Storm, Ferrari F40, McLaren F1 GTR und weitere GT-Klassiker lieferten packende Szenen und unterstrichen die Vielfalt der damaligen Ära. Fahrer wie Tiff Needell erlebten das Rennen als intensiven, aber auch unterhaltsamen Wettbewerb, der den Geist des GT-Sports jener Zeit widerspiegelte.
Drei Jahrzehnte später präsentiert sich der GT-Rennsport deutlich ausgeglichener. Moderne Reglements sorgen für eng beieinanderliegende Leistungsniveaus und packende Rennverläufe. Brands Hatch bleibt dennoch ein zentraler Schauplatz dieser Entwicklung und verbindet die Geschichte des GT-Sports mit seiner Gegenwart.
Text: NRingInfo











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