
Am kommenden Samstagabend werden beim Indianapolis 8 Hour presented by AWS die neuen Meister der Intercontinental GT Challenge (IGTC) gekrönt. Im Mittelpunkt steht das direkte Duell zwischen Kelvin van der Linde und Raffaele Marciello um den Fahrertitel. Gleichzeitig kämpft Porsche darum, seinen Herstellertitel gegen BMW zu verteidigen, während sich Antares Au, Ralf Bohn und Kenny Habul ein packendes „Winner-takes-all“-Finale im Independent Cup liefern.
Das Traditionsoval, das zugleich das Finale der GT World Challenge America powered by AWS austrägt, lockt 25 Starter an – ein Mix aus Stammpiloten und internationalen Teams aus Europa, Asien und Ozeanien. Unter den Fahrern finden sich prominente Namen wie Valentino Rossi und Will Power, aber auch einige der größten GT-Piloten der Welt.
An der Spitze steht Van der Linde, der mit fünf Punkten Vorsprung auf seinen BMW-Markenkollegen Marciello nach Indianapolis reist. Ihr gemeinsames Team WRT strebt den dritten Sieg in Folge auf dem Indianapolis Motor Speedway an. Ein Triumph würde BMW gleichzeitig den ersten IGTC-Herstellertitel sichern. Derzeit liegt die Marke aus München 18 Punkte vor Porsche, maximal 43 Punkte sind noch zu vergeben. Zwar ist Stuttgart mit sieben 911 GT3 R stärker vertreten als BMW mit fünf M4 GT3, doch nur die beiden bestplatzierten Fahrzeuge jeder Marke fließen in die Wertung ein.
Mercedes-AMG und Ferrari haben keine Chancen mehr auf den Titel, wollen aber beim Saisonfinale mit Klassensiegen glänzen. Besonders Mercedes unterstreicht seine Ambitionen mit vier Pro-Fahrzeugen unter insgesamt sechs Nennungen. Darunter das Team 75 Express, bei dem IndyCar-Legende Will Power, Chaz Mostert und Kenny Habul starten. Letzterer kämpft zugleich um den Independent Cup, den er bereits dreimal gewinnen konnte. Seine engsten Rivalen Ralf Bohn (Herberth Motorsport) und Antares Au (Wright Motorsports) liegen punktgleich an der Spitze. Da alle drei jeweils einen Sieg eingefahren haben, entscheidet am Samstag das Ergebnis über den Titel.
Teamkollegen werden zu Titelrivalen
Nach gemeinsamen Erfolgen am Nürburgring und in Suzuka treten Van der Linde und Marciello diesmal gegeneinander an. Beide haben die Chance, erstmals IGTC-Fahrerweltmeister zu werden. BMW entschied sich bewusst dafür, die beiden Titelkandidaten auf unterschiedliche Fahrzeuge zu verteilen – ein klares Bekenntnis zum sportlichen Wettbewerb innerhalb des Teams.
Van der Linde teilt sich den #46 BMW mit Charles Weerts und Valentino Rossi. Letzterer, der neunfache MotoGP-Weltmeister, startet erstmals bei einem IGTC-Rennen in den USA. Marciello fährt an der Seite von Augusto Farfus und Al Faisal Al Zubair. Nur ein Sieg würde dem Schweizer reichen, um den Titel zu holen – andernfalls müsste mindestens ein anderes Fahrzeug zwischen ihm und Van der Linde ins Ziel kommen. Bei Punktegleichstand ginge der Titel an Van der Linde, der bereits drei Saisonsiege auf dem Konto hat.
Porsche, Mercedes-AMG und Ferrari sind zwar nicht mehr im Titelrennen, doch ihre insgesamt 20 punkteberechtigten Fahrzeuge könnten das Duell entscheidend beeinflussen. Porsche will nicht nur um den Rennsieg kämpfen, sondern auch seinen Herstellertitel verteidigen. Ein Doppelsieg würde reichen, um BMW zu überholen. Mit sieben Fahrzeugen – darunter drei Pro-Autos – sind die Chancen dafür intakt.
Das Team Wright Motorsports kehrt mit einer starken Aufstellung zurück: Adam Adelson, Elliott Skeer und Laurin Heinrich, die im Vorjahr nur knapp den Sieg verpassten, bilden erneut ein Trio. Auch Antares Au, Loek Hartog und Patric Niederhauser treten wieder gemeinsam an.
Bei Mercedes-AMG sticht das Quartett an Pro-Einsätzen hervor. Besonders im Fokus: der 75 Express AMG GT3, pilotiert von Will Power, Chaz Mostert und Kenny Habul. Power – zweifacher IndyCar-Champion und Indy-500-Sieger – gibt damit sein GT3-Debüt auf seiner Heimstrecke.
Zwei Ferrari 296 GT3 von AF Corse komplettieren das IGTC-Feld. Sie kämpfen in den Klassen Pro-Am und Am der GT World Challenge America, sammeln aber ebenfalls Punkte für die IGTC-Wertung.
Text: IGTC








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