Die Mamba beißt in England zu

Bild: Winward
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Das WINWARD Racing Team MANN-FILTER hat beim Auftakt zum „Fanatec GT World Challenge Europe Sprint Cup powered by AWS“ in Brands Hatch/Großbritannien einen Einstand nach Maß hingelegt. Beim Debüt der deutsch-texanischen Mannschaft in dieser Subwertung der aus je fünf Sprint- und Langstreckenrennen bestehenden GT World Challenge feierten Lucas Auer (29, Kufstein) und Maro Engel (38, Monaco) in ihrem im markanten Gelb-Grün von MANN-FILTER designten Mercedes-AMG GT3 einen Sieg und einen dritten Rang.

 

Ihre Teamkollegen Reece Barr (24, Irland) und Magnus Gustavsen (23, Norwegen) belegten im Schwesterauto in den beiden Rennen die Positionen 7 und 5 im Silver Cup, der Rennfahrern mit dem FIA-Fahrerstatus Silber vorbehalten ist.

 

Schon das Training auf der 3,9 Kilometer langen ehemaligen Grand-Prix-Strecke bei Fawkham in der Grafschaft Kent verlief für WINWARD Racing erfreulich. Während Maro Engel im Qualifying für Lauf 1 den fünften Startplatz herausfuhr, stellte Luggi Auer die „MANN-FILTER Mamba“ direkt im Anschluss auf die Pole Position für den zweiten Durchgang.

 

Das erste Ein-Stunden-Rennen am Sonntagmittag verlief aus WWR-Sicht sehr erfreulich. Nachdem Engel dem Getümmel der 25 GT3-Rennwagen von acht verschiedenen Marken nach dem Start ohne Blessuren entkommen war, setzte sich der gebürtige Münchner im Spitzenzug auf dem sechsten Rang fest. Dank eines perfekt getimten und exekutierten Reifen- und Fahrerwechsels fand sich Engels Partner Auer nach dem Pflichtstopp auf dem vierten Rang wieder. In der Folge zeitigte der Druck des Tirolers auf seinen Vordermann Wirkung: Bei einem Ausritt verstopfte sich der vor Auer fahrende Aston Martin die Lufteinlässe derart mit Schaumstoff, dass er aufgeben und den Weg aufs Podest für die Mamba somit kampflos freimachen musste.

 

Vier Stunden später sollte alles sogar noch reibungsloser laufen. Vom Start weg legte Polesitter Luggi Auer los wie die Feuerwehr. Bereits nach zwei Runden hatte der Kufsteiner einen Vorsprung von 1,6 Sekunden auf den nächsten Verfolger herausgefahren und vergrößerte die Lücke in der Folge um durchschnittlich drei bis vier Zehntelsekunden pro Umlauf. Erst als er ein Polster von rund sechs Sekunden herausgefahren hatte, nahm Auer etwas Tempo heraus und verwaltete den Vorsprung so, dass er seinem Team die Chance zu einer perfekten Strategie geben konnte.

 

Die WINWARD-Truppe nutzte diese Chance, ließ die Mamba länger auf der Bahn als die Konkurrenz, aber nicht so lange, dass diese mit frischen Reifen hätten aufschließen können. Nach dem abermals perfekten Reifenwechsel ging Maro Engel mit einem Vorsprung von 4,6 Sekunden auf den Zweitplatzierten wieder auf die Bahn, ließ den attackierenden Ferrari aber nie näher als drei Sekunden herankommen. Der überlegene Sieg des Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 48 geriet so nie mehr in Gefahr.

 

Im Ziel waren beide Piloten überglücklich, aber eher wortkarg. „Was soll ich sagen? Das Auto, die Strategie, der Stopp – alles mega“, so das knappe Fazit des strahlenden Auer. Mit den beiden Podestplätzen übernahmen die WWR-Piloten die Führung im Sprint Cup der Fanatec GT World Challenge powered by AWS.

 

Nicht ganz nach Plan lief es auf der anspruchsvollen Berg- und Talbahn vor den Toren Londons für das Silver-Cup-Duo. Im ersten Lauf passierten Barr und Gustavsen die Ziellinie zunächst auf Gesamtrang 16 und Platz 5 im Silver Cup, mussten nachträglich aber eine Zeitstrafe wegen Überfahrens der Track Limits hinnehmen und fielen auf die Positionen 19 (gesamt) beziehungsweise 7 (Silver Cup) zurück. Im zweiten Durchgang wurde Gustavsen bereits in der dritten Runde ausgangs der Druids-Haarnadel von einem übereifrigen Konkurrenten umgedreht und fiel bis weiter hinter das Ende des Feldes zurück. Unverdrossen nahm der Skandinavier die Verfolgung wieder auf; bis ins Ziel kämpften sich Gustavsen/Barr bis auf den 19. Schlussrang und Platz 5 im Silver Cup nach vorne.

 

WWR-Teamchef Christian Hohenadel war voll des Lobes: „Die ganze Mannschaft hat übers gesamte Wochenende überragende Arbeit geleistet. Luggi und Maro hatten das Geschehen im zweiten Lauf jederzeit im Griff. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die dazu beigetragen haben. Reece und Magnus hatten nicht so viel Rennglück, aber das gehört eben auch manchmal dazu. Beide haben aber ein prima Debüt für WINWARD Racing abgeliefert. Ich bin rundum zufrieden.“

 

Die zweite Veranstaltung des „Fanatec GT World Challenge Europe Sprint Cup powered by AWS“ geht am 17./18. Mai im italienischen Misano über die Bühne. Auf der Rennstrecke unweit von Rimini werden beide Rennen am Samstag gefahren. Der zweite Durchgang wird erst um 21 Uhr abends gestartet, führt also in die Dunkelheit.

 

Text: Winward Pressemeldung