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MIT VOLLGAS IN RICHTUNG SAISONAUFTAKT

Bild: NLS Presse
Bild: NLS Presse

Die Vorbereitungen für die 48. Saison der ADAC Nürburgring Langstrecken-Serie laufen auf Hochtouren, denn am 6.+7. April eröffnet die traditionsreiche Nordschleifen-Rennserie mit einem Double-Header die Nordschleifen-Saison. Im Interview spricht VLN-Boss Mike Jäger über die kürzlich genehmigte Ausschreibung, den neuen Titelsponsor, lässt die komplizierte Terminvergabe Revue passieren und gibt einen Ausblick auf das bevorstehende Jahr.

 

Mike, die NLS startet 2024 mit dem ADAC als Titelsponsor durch. Was ändert sich dadurch?

Eigentlich nur unser Name. Die ADAC Nürburgring Langstrecken-Serie wird unverändert von der VLN veranstaltet – also dem gemeinsamen Unternehmen der ausrichtenden Clubs mit Geschäftsstelle und den erforderlichen Mitarbeitern. Mit den drei ADAC Regionalclubs, die nun das Titelsponsoring machen, arbeiten wir ja in unterschiedlichen Konstellationen bereits seit Jahren zusammen.

Die Ausschreibung ist genehmigt und steht den Teilnehmern online zur Verfügung. Die Einschreibung hat begonnen. Die Saison kann also starten.

Ich habe nie daran gezweifelt. Wir haben einen steinigen Weg hinter uns. Schlussendlich ist aber alles so gekommen, wie wir es geplant haben. Und jetzt freuen wir uns auf viele Einschreibungen.

 

Was kann man zur Ausschreibung generell sagen?

Ich habe das schon einige Male betont: Die Nürburgring Langstrecken-Serie ist ein gutes Produkt. Daher war unser Ziel nicht, alles über den Haufen zu werfen. Vielmehr ging es darum, gezielt an einigen Stellschrauben zu drehen. Es ist uns gelungen, die Nenngelder stabil zu halten. Im Bereich der Technik konnten wir hier und da sogar die Kosten und den Verwaltungsaufwand senken. Das ist in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich.

 

Lass uns auch noch einmal zurückblicken. Wieso hat das mit den Terminen so lange gedauert?

Das Urteil als solches ist sehr komplex. Es gab unterschiedliche Interpretationen, wie das Urteil umzusetzen ist. Der Nürburgring hat mit den vertraglichen Bedingungen ein Machtspielchen versucht, das hat einige Zeit in Anspruch genommen. Da jedoch die Termine bereits bekannt gewesen sind, war das am Ende für unsere Teams kein Riesenproblem. Die konnten an einer Hand abzählen, welche Wochenenden der NLS zukommen würden.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem Nürburgring?

Ich muss sagen, dass der Dialog mit allen aus dem operativen Bereich sehr konstruktiv gewesen ist. Wir konnten auf Augenhöhe miteinander reden. Da stand nichts zwischen uns. Trotzdem wurden uns ein ums andere Mal auch von anderer Stelle Steine in den Weg gelegt. Das hält uns aber nicht davon ab, immer wieder das Gespräch zu suchen. Das haben wir in der Vergangenheit gemacht und werden dies auch in Zukunft tun. Wir haben unsererseits nie irgendwelche Türen zugeschlagen oder ‚Tischtücher zerschnitten‘.

 

Wie kam die Verteilung der Termine schlussendlich zustande?

Der Nürburgring hatte zunächst eine komplette Teilung des Kalenders vorgeschlagen. Demnach wäre die NLS zur Jahresmitte quasi durch gewesen, um dann im November noch ein Finale hinterherzuschieben. Das entsprach nicht dem Urteil – Stichwort ‚gleichmäßig verteilt‘. Wir haben daraufhin vier aus unserer Sicht mögliche Verteilungen vorgeschlagen. Der Nürburgring hat sich dann schlussendlich für diesen Kalender entschieden, der im Wesentlichen auf den vom Nürburgring bereits im Oktober veröffentlichen Langstrecken-Kalender aufbaut.

Es hat auch in der Zwischenzeit einige Personalien bei der VLN gegeben…

In unserer Geschäftsstelle gab es einige Leute, die die VLN verlassen haben. Von unserer Seite aus war dies nicht forciert. Das Ganze hat uns aber am Ende nicht viel Kopfzerbrechen bereitet. Im Umfeld der VLN gibt es viele gute Leute, die ihr Handwerk verstehen. Und, man darf nicht vergessen, dass wir nun alleinig Herr über unser Tun und Handeln sind und die Entscheidungsprozesse damit auch viel kürzer sind. Alle Positionen sind neu und kompetent besetzt. Wenn die Arbeitsverträge unterschrieben sind, werden wir die neuen Mitarbeiter kommunizieren.

 

Die Saison startet im April. Wie weit sind die Vorbereitungen?

Der ganze Prozess, die gesamte Situation, das waren schon viele Reibungsverluste. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, wir könnten uns entspannt zurücklehnen. Aber – und hier brauche ich nicht zu lügen – wir sind voll im Plan, auch wenn noch jede Menge Arbeit zu leisten ist. In allen Bereichen ist die große Motivation zu spüren. Die Leute wollen ein gutes Produkt weiterentwickeln und eine spannende Saison auf die Beine stellen. Ich bin sehr stolz auf mein Team. Da wachsen einige echt über sich hinaus. Daher bin ich guter Dinge, dass am Ende alles funktionieren wird.

 

2023 war schon als Übergangsjahr tituliert. Wird 2024 nun erneut eins?

Nein, davon kann nicht die Rede sein. Wir waren gezwungen, einige Sachen neu zu organisieren. Wir mussten zu Beginn des vergangenen Jahres unser Team komplett neu aufstellen. Das ist uns gelungen, was das viele positive Feedback gezeigt hat. 2023 wurden über das Jahr bereits viele Weichen für eine damals noch unbekannte Zukunft gestellt. Nicht nur ich bin ein kaum zu bremsender Optimist. Viele in unserem Team waren und sind es ebenfalls. Und so haben wir für dieses Jahr viele Dinge umgesetzt, die wir 2023 mit den Teams besprochen haben. Unser Ziel war und ist es, auf die Wünsche unserer Kunden einzugehen. Das ist uns gelungen. Und auch wenn wir aktuell sehr auf den diesjährigen Saisonauftakt fokussiert sind, füllen sich trotzdem die Ideenlisten mit Dingen, die man 2025 noch besser machen kann. Die Nürburgring Langstrecken-Serie hat sich in den vergangenen 47 Jahren stetig weiterentwickelt, ohne sich jemals komplett neu erfinden zu müssen. Es gibt nicht viele Serien, die das von sich behaupten können. Diesen Weg wollen wir konsequent im Sinne unserer Kunden weitergehen.

Lass und noch auf ein paar Gerüchte eingehen, die gerade kursieren. Es heißt, bei der NLS wären keine Tribünen und keine Parkplätze geöffnet. Was ist da dran?

Es kursieren gerade viele Geschichten aus dem Paulaner-Garten. Das ist wie im echten Leben. Trolls streuen bewusst Fakenews, um zu destabilisieren. Ich gebe nicht viel um solche Gerüchte. Und wenn ich die Sozialen Netzwerke betrachte oder mit unseren Teilnehmern spreche – die auch nicht. Die sind einfach schlauer. Konkret an Tribünen und Parkplätzen – da ist nichts dran. Der Nürburgring verkauft in unserem Auftrag unverändert Tickets für unsere Rennen über seine eigene Website.

 

Weiter heißt es, es gäbe keinen Livestream…

Auch das ist Unsinn und entspricht nicht den Tatsachen. Wir haben mit unserem hoch kompetenten Partner Nürburgring.tv einen bestehenden Vertrag und der wird auch erfüllt. Der Stream wird also weitestgehend wie im vergangenen Jahr laufen.

Es wird auch berichtet, die VLN würde Partner, Funktionäre und Dienstleister drangsalieren, exklusiv für die NLS zu arbeiten…

Auch das ist schlichtweg Quatsch. Wir erbitten uns, dass Personen in leitenden Positionen nicht für Marktbegleiter arbeiten, denn hier geht es um Technologie- und Wissenstransfer. Du kannst auch nicht in der Formel 1 gleichzeitig für Mercedes und Ferrari arbeiten, das versteht sich doch von selbst. Wer solche Gerüchte streut, sollte sich vielleicht einmal selbst reflektieren und sich die Frage stellen, wieso Leute keine Zusammenarbeit wünschen. Vielleicht wird man dann erkennen, woher der Zuspruch seitens Teams, Partnern, Helfern und Fans kommt, den wir gerade erfahren.

 

Eine letzte Frage: Bist du zuversichtlich?

Ganz klare Antwort: Ich bin immer zuversichtlich!

 

Text: NLS Media