Fanatec GT World Challenge Europe Powered AWS startet in die entscheidende Phase der Saison 2022 mit dem ersten Besuch in Hockenheim

Bild: Max Bermel
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Titelkämpfe stehen im Mittelpunkt des vorletzten Fanatec Endurance-Wettbewerbs 

49 Fahrzeuge für die erste Fahrt auf der 4,6 km langen deutschen Rennstrecke bestätigt

Support-Rennen und Fanatec Esports GT Pro Series vervollständigen den vollen Zeitplan des Wochenendes 

Die Fanatec GT World Challenge Europe Powered by AWS wird am kommenden Wochenende (2.-4. September) die letzte Phase der Saison 2022 mit einem ersten Auftritt im historischen deutschen Hockenheim eröffnen.

 

Die 4,6 km lange Strecke im Südwesten Baden-Württembergs ist der zehnte Austragungsort eines Fanatec Langstreckenrennens seit dem Start der Meisterschaft im Jahr 2011. Das Rennen beendet die Sommerpause, die traditionell auf die großen TotalEnergies 24 Stunden von Spa folgt, und bildet den Auftakt zu einer arbeitsreichen Periode mit drei Veranstaltungen an den nächsten fünf Wochenenden.  

 

 

Wie immer hat der belgische Langstreckenklassiker viel dazu beigetragen, die Kämpfe um die Meisterschaft zu prägen, die sich bis zum Finale auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya (30. September bis 2. Oktober) abspielen werden. Nichtsdestotrotz steht der Titel in jeder Klasse noch auf dem Spiel, während eine neue Rennstrecke dafür sorgt, dass keine Rückschlüsse auf die Wettbewerbsordnung gezogen werden können. Dies dürfte für einen unvorhersehbaren Wettbewerb sorgen, wenn die Fanatec GT World Challenge Europe Powered by AWS in Hockenheim Neuland betritt. 

Bild: Max Bermel
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Akkodis ASP will dem Triumph bei den TotalEnergies 24 Stunden von Spa den Titelgewinn hinzufügen 

Nach dem diesjährigen TotalEnergies 24-Stunden-Rennen von Spa steht nun der Kampf um den Gesamtsieg in der Fanatec Endurance Challenge im Mittelpunkt. Sechs Teams sind noch auf der Jagd nach dem großen Preis, wobei Akkodis ASP die Nase vorn hat, nachdem das Trio Marciello/Gounon/Juncadella in Spa einen überwältigenden Sieg errungen und damit eine neunjährige Siegesserie von Mercedes-AMG beendet hat. Die Mannschaft mit der Startnummer 88 stand auch bei den ersten beiden Veranstaltungen der Saison auf dem Podium und führt die Tabelle mit 79 Punkten an. 

 

 

Ihr Hauptgegner ist Iron Lynx. Die italienische Mannschaft sicherte sich im vergangenen Jahr den Fahrertitel und erhöhte ihre Chancen auf einen weiteren Titel mit einem dritten Platz für den Ferrari mit der Startnummer 71 in Spa. Die beiden Fahrer Davide Rigon und Antonio Fuoco gehen mit 11 Punkten Rückstand auf die Spitze nach Hockenheim, wo sie von Alessio Rovera unterstützt werden. Daniel Serra, der die letzten drei Rennen bestritten hat, zieht sich zurück, um sich auf Renneinsätze in seinem Heimatland Brasilien zu konzentrieren.  

Die anderen vier Teams, die noch im Rennen sind, brauchen einen Sieg in Hockenheim, wenn sie eine realistische Chance auf die Meisterschaft behalten wollen. GetSpeed liegt mit seinem Mercedes-AMG mit der Startnummer 2, bestehend aus Luca Stolz und Steijn Schothorst, die beim Heimrennen von Maro Engel unterstützt werden, auf Platz drei der Tabelle. Sie liegen mit 37 Punkten gleichauf mit der #51 Iron Lynx Ferrari-Crew (Calado/Molina/Nielsen), die beide 37 Punkte gesammelt haben. 

 

 

BMW hatte in Spa mit dem neuen M4 GT3 einen starken Lauf. Obwohl die Fahrzeuge in den letzten Stunden des Rennens nicht mehr für das Podium in Frage kamen, belegte ROWE Racing die Plätze fünf und sechs und sammelte dabei viele Punkte. Beide Teams haben noch Chancen auf den Titel: Das Trio mit der Startnummer 50 (Harper/Hesse/Verhagen) hat 34 Punkte auf dem Konto, während das Team mit der Startnummer 98 (Catsburg/Farfus/Yelloy) 32 Punkte hat. 

Der vielleicht überraschendste Aspekt des Titelkampfes 2022 ist, dass das Team WRT daran nicht beteiligt ist. Der Audi mit der Startnummer 32 gewann das Auftaktrennen in Imola souverän, doch ein desaströses TotalEnergies 24 Stunden von Spa hat das Trio Vanthoor/Weerts/Van der Linde aus dem Rennen geworfen. Auch der Schwester-Audi mit der Startnummer 46 ist zu weit abgeschlagen, obwohl GT-Rennneuling Valentino Rossi in Spa neben Frédéric Vervisch und Nico Müller die Zielflagge sehen konnte. 

 

 

Drei weitere Audi Crews werden in Hockenheim um den Sieg in der Pro-Klasse kämpfen. Attempto Racing hatte zwar den schnellsten R8 bei den TotalEnergies 24 Hours of Spa, doch ein früher Reifenschaden machte die Chancen zunichte. Das Trio Winkelhock/Marschall/Puhakka wird sich die Fahreraufgaben im Auto mit der Startnummer 66 teilen, während weitere Beiträge von Tresor by Car Collection (Haase/Drudi/Ghiotto) und Saintéloc Junior Team (Mies/Niederhauser/Légeret) das Audi-Aufgebot verstärken.

Bild: Max Bermel
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Die Porsche-Mannschaft Dinamic Motorsport lag beim 24-Stunden-Rennen zunächst in Führung, bevor technische Probleme in der Nacht das Rennen verhinderten. Zu den Stammfahrern Matteo Cairoli und Klaus Bachler gesellt sich im Auto mit der Startnummer 54 noch Alessio Picariello, der für Côme Ledogar einspringt. Lamborghini erlebte ein weiteres enttäuschendes TotalEnergies 24-Stunden-Rennen von Spa und wird versuchen, sich bei den letzten Veranstaltungen der Saison davon zu erholen. Emil Frey Racing setzt erneut beide Pro-Autos ein, wobei sich Bortolotti/Costa/Aitken die #63 teilen und Altoè/Rougier/Roussel die #19 steuern. 

 

Im Gegensatz dazu zeigte McLaren in den Ardennen erneut eine starke Leistung. Die JOTA-Crew mit der Startnummer 38 (Bell/Kirchhöfer/Wilkinson) fuhr ein sauberes Rennen und wurde Achter. Zu ihnen gesellt sich in Hockenheim das zurückkehrende Team JP Motorsport, das mit seinem Spitzentrio Klien/Abril/Lind das Feld der Profis komplettiert. 

Team WRT kurz vor dem ersten Silver-Cup-Titel

Die Meisterschaft im Silver Cup ist in Hockenheim so gut wie entschieden. Das Team WRT liegt mit 34 Punkten Vorsprung an der Spitze - dank des Audi #30 von Neubauer/Goethe/Simmenauer, die sich bei den TotalEnergies 24 Stunden von Spa den Klassensieg sicherten. Ihr Hauptgegner ist die Audi-Mannschaft Attempto Racing, die mit ihrem Trio Aka/Schöll/Zug (#99) konstant schnell war. Mit dem zweiten Platz in der Klasse in Spa bleibt das junge Trio im Rennen, muss aber den Vorsprung von WRT um mindestens acht Punkte verringern, um den Kampf nach Barcelona mitzunehmen.  

 

 

Al Manar Racing by HRT gewann auf dem Circuit Paul Ricard mit dem Mercedes-AMG #777 und sicherte sich in Spa die Pole Position in der Klasse, doch ein Unfall am Samstagabend beendete das Rennen und versetzte den Meisterschaftshoffnungen der Mannschaft einen schweren Schlag. Mit 40 Punkten Rückstand auf den Audi #30 muss die Crew Al Zubair/Jefferies/Schiller in Hockenheim gewinnen. Auch Emil Frey Racing hat noch eine rechnerische Chance auf den Titel, denn der Lamborghini mit der Startnummer 14 (Tujala/White/Lappalainen) kommt mit 51 Punkten Rückstand auf die Spitze nach Hockenheim, 52 Punkte sind noch zu vergeben. 

Bild: Max Bermel
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Der Rest des Silver-Cup-Feldes kämpft um seinen Stolz, was an den entscheidenden Wochenenden für ein hartes Rennen sorgen dürfte. Neben dem titelverfolgenden Al Manar by HRT-Team werden vier weitere Mercedes-AMG-Crews beim Heimrennen der Marke antreten. Zu den deutschen Teams GetSpeed (Baud/Eriksen/Kingsley) und Haupt Racing Team (Fittje/A. Valente/Love) gesellen sich die regelmäßigen Spitzenreiter Akkodis ASP (Stevenson/Drouet/Mosca) und Madpanda Motorsport. Letzteres setzt die Stammfahrer Ezequiel Perez Companc und Sean Walkinshaw ein, ein drittes Teammitglied wird noch bestätigt. 

 

 

Der Audi-Stall besteht außerdem aus fünf Silver-Cup-Autos, darunter ein zweites im Team WRT für Hutchison/Proctor/Menchaca. Das Saintéloc Junior Team wird sein gewohntes #26-Trio Gazeau/Baert/Panis einsetzen, während Tresor by Car Collection die Stammfahrer Lorenzo Patrese und Hugo Valente mit dem Serienneuling Thierry Vermeulen zusammenbringt. 

Lamborghini hat sein größtes Silver-Cup-Engagement in dieser Saison. Der Champion der Klasse von 2020, Barwell Motorsport, wechselt vom Gold Cup und setzt die #77 für De Haan/Kujala/MacDowall ein. Leipert Motorsport setzt seinen #27 Huracan für Cooke/Leitch/Tutumlu Lopez ein, während VSR mit Dörrbecker/Paverud/Moulin in der #163 und Beretta/Nemoto/Hites in der #563 zwei Fahrzeuge einsetzt. 

 

 

Zwei Porsche werden in Hockenheim um die Ehre des Silver Cups kämpfen. Der deutsche Rennstall Allied Racing tritt bei seinem Heimrennen mit der bekannten Crew Matthiesen/Fischli/Strum an, während Dinamic Motorsport Calamia/Nakken/Roda die #56 anvertraut. Das britische Team Garage 59 vervollständigt die Klasse mit seiner jungen Mannschaft Maldonado/Simioni/Kjaergaard, die sich erneut den McLaren mit der Startnummer 159 teilen werden.

Bild: Max Bermel
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Im Gold Cup und in der Pro-Am geht es um alles

Während der Silver Cup so gut wie entschieden ist, ist der Kampf um den ersten Gold Cup-Titel noch völlig offen. Tatsächlich haben acht der zwölf für das Hockenheim-Wochenende gemeldeten Teams noch Chancen auf den Klassensieg, wobei die Sieger des TotalEnergies 24-Stunden-Rennens von Spa, Iron Dames, mit 67 Punkten an der Spitze liegen. Das Team Bovy/Frey/Gatting will Geschichte schreiben und als erstes reines Frauenteam den Titel in der Fanatec GT World Challenge Europe Powered by AWS holen. 

 

 

Doch die Konkurrenz wird hart sein. Inception Racing war mit seinem McLaren, der dank der #7-Crew (Iribe/Millroy/Schandorff) den Klassensieg auf dem Circuit Paul Ricard holte, beeindruckend schnell. Sie liegen acht Punkte hinter den Iron Dames, während Herberth Motorsport mit dem Porsche #911 von Ralf Bohn und den Renauer-Zwillingen ebenfalls in Schlagdistanz ist. 

 

Mit einem Klassensieg in Spa blieb das Team WRT mit der Audi-Mannschaft #33 (Ryuichiro Tomita und die Brüder Arnold und Maxime Robin) in Schlagdistanz. Das Ferrari-Team AF Corse (Delacour/Sbirrazzuoli/Balzan) und die Mercedes-AMG-Teams Haupt Racing Team (Haupt/Maini/Scholze) und Sky Tempesta Racing (Froggatt/Hui/Cheever) haben ebenfalls noch Chancen, müssen aber in Hockenheim gewinnen. Alex Malykhin von Allied Racing hat eine rechnerische Chance und wird im #91 Porsche von Ayhancan Güven unterstützt.

 

Von den vier Teams, die in Hockenheim an den Start gehen und nicht um den Titel kämpfen, ist Winward Racing vielleicht die größte Überraschung. Während der Mercedes-AMG mit der Startnummer 57 in dieser Saison einen hervorragenden Qualifying-Speed gezeigt hat, waren starke Ergebnisse für das Team Liebhauser/Ferrari/Auer bisher Mangelware. JP Motorsport kehrt mit dem #112 McLaren von Krupinski/Blazek/Siedler in den Gold Cup zurück, während AGS Events seinen #8 Lamborghini (Gomar/Cabirou/Parisy) einsetzt und Boutsen Racing das übliche Trio Ojjeh/Lessennes/Eteki im #10 Audi fährt. 

Bild: Max Bermel
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Auch der Pro-Am-Titelkampf bleibt offen. Dominik Baumann (#20 SPS automotive performance Mercedes-AMG) führt mit 86 Punkten, dicht gefolgt vom AF Corse-Trio Machiels/Bertolini/Costantini. Der #52 Ferrari gewann die TotalEnergies 24 Stunden von Spa und seine Fahrer kommen mit 78 Punkten nach Hockenheim.   

 

Die McLaren-Crew West/Ramos/Chaves (#188 Garage 59) folgt mit 70 Punkten und ist weiterhin im Kampf um die Klassenmeisterschaft dabei. Valentin Pierburg hat 58 Punkte auf dem Konto und wird zusammen mit Baumann und dem zurückkehrenden Ian Loggie im #20 Mercedes-AMG das Feld für die Reise nach Hockenheim komplettieren.

 

Support-Action und Esports vervollständigen den Hockenheim-Zeitplan

 

Während des Hockenheim-Wochenendes wird ein Trio von Support-Meisterschaften auf der Strecke sein. Die GT4 European Series bestreitet ihren vorletzten Saisonlauf und ihr erstes Rennen in Hockenheim, während die Clio Cup Series ihren zweiten Auftritt im Jahr 2022 hat, nachdem sie zuvor in Magny-Cours zum Rahmenprogramm gehörte. Neu im Programm ist die MitJet 2L Trophy Italy, deren französisches Pendant ebenfalls in Magny-Cours an den Start ging.

Abseits der Rennstrecke wird es dank der Fanatec Esports GT Pro Series auch virtuelle Action geben. Da Hockenheim derzeit in Assetto Corsa Competizione nicht zur Verfügung steht, wurde die Strecke für die vorletzte Runde von den Fans ausgewählt, wobei der ikonische japanische Ort Suzuka eine Abstimmung in den sozialen Medien gewann. Die Fahrer werden am Samstagabend um 18:45 Uhr in der Fanatec Esports Arena ein einstündiges Rennen um den legendären Achterkurs bestreiten. 

 

 

Während die entscheidende Phase beginnt, hat die Saison 2022 noch einige Wendungen vor sich. Mit der Chance auf den Meisterschaftssieg und einer neuen Strecke, die es zu entdecken gilt, verspricht Hockenheim ein faszinierendes Wochenende für die Fanatec GT World Challenge Europe Powered by AWS zu werden.

 

ZEITPLAN FÜR HOCKENHEIM

 

DONNERSTAG, 1. SEPTEMBER 

14:00-18:00 Uhr: Bezahlte Tests

 

FREITAG, 2. SEPTEMBER 

14:55-15:55 Uhr: Bronze-Test

 

SAMSTAG, 3. SEPTEMBER 

09:45-11:15: Freies Training

14:05-15:35: Vor-Qualifikation

18:45-19:45 Uhr: Fanatec Esports GT Pro Series 

 

SONNTAG, 4. SEPTEMBER 

09:45-10:45: Qualifying

15:00-18:00: 3-Stunden-Rennen