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Schreckmomente und Sternstunden für Giti Tire Motorsport by WS Racing bei NLS 1

Bild: Max Bermel
Bild: Max Bermel

Mit einem starken Aufgebot von vier Fahrzeugen startete das Team Giti Tire Motorsport by WS Racing beim ersten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie in die Saison 2022. Dabei erlebte die Mannschaft einige Schreckmomente und musste zwei schwere Unfälle verkraften, konnte aber auf der anderen Seite auch zwei gute Ergebnisse einfahren.

Die Mannschaft des einzigartigen Projektes „Girls Only – Ready to rock the Green Hell“, die ausschließlich aus weiblichen Mitgliedern besteht, hatte sich für den Saisonstart viel vorgenommen. Mit dem Wechsel vom Audi R8 LMS GT4 auf einen BMW M4 GT4 war nun der Start in der hart umkämpften Klasse SP8T möglich, in der sich die Girls beweisen wollten. Zudem stellte sich die Technik-Crew über den Winter neu auf und wollte die ersten Rennen nutzen, um sich auf das große Saisonhighlight – die 24h auf dem Nürburgring – vorzubereiten.

Bild: Max Bermel
Bild: Max Bermel

Leider war jedoch die Rennaction für „Girls Only“ bereits am Test-Freitag vor dem Rennen vorbei. Fahrerin Christina Nielsen verlor durch einen Reifenschaden, der durch einen Fremdkörper auf der Strecke entstand, bei höchstem Tempo im Bereich Tiergarten die Kontrolle über den BMW M4 GT4 mit der Startnummer 150 und schlug sehr hart in die Leitplanken ein. Glücklicherweise konnte die Fahrerin dem Wrack unverletzt entsteigen. „Wir müssen uns bei BMW Motorsport bedanken, dass sie solch ein sicheres Fahrzeug gebaut haben. Das hätte viel schlimmer ausgehen können“, konstatierte Teammanagerin Nicole Willems. „Den BMW hat es allerdings sehr hart erwischt, da ist eigentlich alles kaputt. Aber wir versuchen alles, das Auto bis NLS 2 wieder auf die Räder zu stellen! Alle Teammitglieder geben jeden Tag Vollgas, um dieses Ziel zu erreichen.“

Mehr Glück hatte das Team mit dem „Dauerläufer“ VW Golf VII GTI #490, der mit den Fahrern Axel Jahn, Andrei Sidorenko und Robert Hinzer in der Klasse VT2-FWD an den Start ging. Während das Auto bereits in der Vergangenheit durch absolute Zuverlässigkeit glänzte, stimmt nun auch die Performance. Bei den Vortests hatte die Mannschaft nochmals viel am Setup getüftelt und auch neue Wege beschritten, die sich am Renntag voll auszahlten. Vor allem Axel Jahn lief zur Höchstform auf und stellte den GTI auf den zweiten Startplatz in der Klasse.

Bild: Max Bermel
Bild: Max Bermel

Allerdings lokalisierte die Crew nach dem Qualifying einen Antriebswellenschaden am Golf. Trotz der sehr schnellen Reparatur musste Jahn das Rennen aus der Boxengasse aufnehmen und konnte so nicht von seinem guten Startplatz profitieren. Das hielt ihn aber nicht davon ab, in seinem Stint mit einer sensationellen fahrerischen Leistung und einer neuen Bestzeit auf diesem Auto wieder auf P2 vorzufahren. Seine Partner Sidorenko und Hinzer schlossen nahtlos an diese Leistungen an. Dass es am Ende doch nur zu Platz vier reichte, lag nicht an der Leistung des Teams, sondern am Gerangel um die Zapfsäulen beim Boxenstopp. Gleich zweimal waren die Zapfanlagen beim Stopp bereits belegt, sodass die Mannschaft jeweils lange warten musste und extrem viel Zeit verlor. Thorsten Willems: „Das ist natürlich bitter, wenn man ohne eigenes Zutun so viel Zeit verliert. Am Ende haben uns dank einer Aufholjagd von Andrei Sidorenko nur 5,5 Sekunden auf das Treppchen gefehlt. Aber trotzdem sind wir mit der Performance des Golfs mehr als zufrieden!“

Bild: Max Bermel
Bild: Max Bermel

Der BMW 328i mit der #502 ging in der Klasse VT2-R+4 an den Start. Für das Fahrertrio Matthias Möller, Fabian Pirrone und Detlef Stelbrink stand hier weniger der Kampf um Klassensiege, sondern vielmehr die Freude am Fahren und der Breitensport-Gedanke im Vordergrund. Mit viel Spaß und Leidenschaft schossen sie sich immer besser auf den für sie ungewohnten Hecktriebler ein und fuhren ein konstantes sowie unfallfreies Rennen.

Ganz neu im Portfolio von WS Racing ist der Porsche Cayman, den das Team in der Klasse V6 einsetzte. Nils Steinberg, Nicolaj Kandborg und Jan Ullrich teilten sich das Cockpit. Während es am Test-Freitag noch sehr gut lief und das Trio eine tolle Performance an den Tag legen konnte, erwischte es Fahrer Jan Ullrich am Renntag ähnlich hart wie das „Girls Only“-Team einen Tag zuvor. Ullrich verlor den Cayman bei Highspeed im Bereich Antoniusbuche und schlug hart ein. Er selbst blieb unverletzt, aber der Porsche trug schwere Schäden davon. Noch mehr Arbeit also für die Mechaniker von WS Racing, die nur knapp zwei Wochen bis zum nächsten NLS-Lauf Zeit haben.

 

Text: WS Racing Pressemeldung

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