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Ricardo Feller und Christopher Mies sind die Deutschen GT-Meister 2021

Porsche-Duo Ammermüller/Jaminet gewinnt Finalrennen

Fahrer- und Teamtitel für Montaplast by Land-Motorsport

Ricardo Feller siegt auch in Pirelli-Junior-Wertung

 

Audi-Fahrer Florian Spengler gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung

Nürburg. Großes Finale, viel Drama und eine Zitterpartie zum Titel, doch am Ende hat es gereicht: Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (32/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) sicherten sich im Finalrennen auf dem Nürburgring die Deutsche GT-Meisterschaft. Titelverteidiger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) und Porsche-Werkspilot Mathieu Jaminet (27/F, beide SSR Performance) holten im letzten Rennen das Maximum heraus und fuhren zum vierten Saisonsieg, doch am Ende reichte Platz zehn für Feller und Mies, um den Titel mit knappen vier Punkten Vorsprung zu gewinnen. Für Mies war es der zweite Meistertitel nach 2016, für Feller der erste überhaupt. Platz zwei ging an Marco Holzer (33/Bobingen) und Joel Eriksson (23/S, beide Küs Team Bernhard) in einem weiteren Porsche 911 GT3 R vor den Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (43/CH) und Franck Perera (37/F, beide GRT Grasser Racing Team). „Es ist ein Megagefühl, dass es geklappt hat“, so der Champion Christopher Mies. „Das Rennen war reiner Nervenkitzel. Es war von Anfang an brutal eng, aber es hat am Ende gereicht. Es war sehr emotional heute.“

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 14 von 14

Streckenlänge: 3,629 Meter

Wetter: 7 Grad, bewölkt

Pole-Position: Klaus Bachler (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R), 1.35,470 Min.

Sieger: Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R)

 

Schnellste Rennrunde: Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R), 1.27,902 Min.

Spannung im Titeldreikampf

 

Feller und Mies gingen mit einem soliden Punktepolster in das Finalrennen, doch das schmolz schnell dahin. Denn während das Audi-Duo im hart umkämpften Mittelfeld nur magere Punkte erwarten konnte, eroberten ihre Titelrivalen nacheinander die Führung im Rennen. Zuerst schnappten sich die vor dem Rennen auf Gesamtplatz zwei liegenden Luca Stolz (26/Brachbach, Mercedes-AMG Team Toksport WRT) Platz eins. Doch von der Führung bis zum Platzen der Titelträume war der Weg nur kurz: Engel bekam eine Durchfahrtsstrafe nach einer Kollision in der Startrunde auferlegt, die Strafe warf das Mercedes-AMG-Duo aus den Punkterängen und der Meisterschaftsentscheidung. Dank einer geschickten Strategie mit einem frühen Boxenstopp übernahmen anschließend Ammermüller und Jaminet die Führung und dominierten das Rennen auf dem Weg zu ihrem vierten Saisonsieg. Mies und Feller kamen nach zahlreichen Kämpfen im Verfolgerfeld, nachdem sie zwischenzeitlich sogar aus den Top Ten gefallen waren, schließlich als Zehnte ins Ziel – was zum Titelgewinn reichte. Dank dieser Platzierung holten sie nicht nur den Titel in der Fahrer-Wertung, sondern sicherten ihrem Rennstall Montaplast by Land-Motorsport auch die zweite Teammeisterschaft nach 2016. Feller gewann außerdem die Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer.

Porsche holt Doppelsieg

 

Auch hinter den Siegern Jaminet und Ammermüller zeigte das ADAC GT Masters im letzten Saisonrennen nochmals besten Sport. Marco Holzer und Joel Eriksson setzten sich im Kampf um Platz zwei durch und kamen mit nur 0,3 Sekunden Vorsprung vor den Lamborghini-Fahrern Ineichen und Perera ins Ziel. Vierte wurden ihre Teamkollegen Mirko Bortolotti (31/I) und Marco Mapelli (34/I, beide GRT Grasser Racing Team). Jusuf Owega (19/Köln) und Patric Niederhauser (30/CH) holten beim Heimrennen ihres Teams Phoenix Racing Platz fünf vor dem Mercedes-AMG von Igor Waliłko (24/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing), die von Startplatz 21 eine starke Aufholjagd zeigten.

Klaus Bachler (30/A) und Simona De Silvestro (33/CH, beide Precote Herberth Motorsport) mussten sich nach der Pole-Position und anfänglicher Führung des Österreichers mit Rang sieben begnügen. Achte wurden im Abschiedsrennen des BMW M6 GT3 die Werksfahrer Jesse Krohn (31/FIN) und Nick Yelloly (30/GB, beide Schubert Motorsport) vor den Lamborghini-Junioren Maximilian Paul (21/Dresden) und Luca Ghiotto (26/I, beide T3 Motorsport), die knapp vor den neuen Meistern Neunte wurden.

In der Pirelli-Trophy-Wertung sicherte sich erstmals Audi-Pilot Florian Spengler (33/Ellwangen, Car Collection Motorsport) den Titel. Dem Schwaben reichte im Rennen der zweite Klassenrang zur endgültigen Meisterschaftsentscheidung.

Stimmen der Meister

 

Ricardo Feller: „Es fühlt sich gerade alles ziemlich perfekt an, ich habe schon vor einigen Jahren in der ADAC Formel 4 immer von diesem Moment geträumt. Heute den Fahrer-, Team- und Juniortitel zu holen ist einfach unfassbar. Im Rennen heute musste ich mich gegen meine Natur zurücknehmen, der Kampf um den Juniortitel wurde uns aber auch nicht geschenkt. Das Duell gegen Kim am Ende war hart, aber fair und hat natürlich Spaß gemacht. Das ist wirklich ein grandioser Tag.“

Christopher Mies: „Das war ein sehr emotionales Rennen, wir haben uns das Leben noch mal selber schwer gemacht und ich bin froh, dass es am Ende alles geklappt hat. Heute Abend wird auf jeden Fall gefeiert! Es fühlt sich gut an, dass wir gewonnen haben. Ich bin unheimlich froh, mit Land-Motorsport meinen zweiten Titel eingefahren zu haben und bewundere auch die Entwicklung von Ricardo in den letzten Jahren. Das ist heute ein ganz besonderer Moment für mich.“

 

Stimmen der Rennsieger

Mathieu Jaminet: „Das Ziel im Rennen war klar, wir haben versucht, so hart zu pushen, wie wir können. Mit Michael haben wir dann einen Undercut versucht, da wir im Verkehr steckten. Das hat geklappt. Wir hatten heute eine gute Pace und ein gutes Auto und sind so zum Sieg gefahren. Auch wenn es nicht ganz für den Meistertitel gereicht hat, sind wir insgesamt sehr glücklich. Land-Motorsport hat diese Saison den Titel verdient, sie haben wirklich wenige Fehler gemacht.“

Michael Ammermüller: „Es war sehr kühl und damit schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Ich hatte Angst, dass mich in Turn 1 jemand von hinten abräumt. Ich bin aber zum Glück sehr gut durchgekommen und habe dann sehr stark gepusht, um den Rennsieg zu holen. Im Titelkampf haben wir bis zum Schluss mitgefiebert, denn es ist ja noch mal ganz knapp geworden. Wir freuen uns aber natürlich auch über den Vizetitel.“

 

Text: ADAC GT Masters Pressemeldung

 

Bilder: Max Bermel

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