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Emotionale Achterbahnfahrt für WINWARD Racing

Gemischte Gefühle im Mercedes-AMG Team WINWARD nach Lauf 2 der DTM auf dem Nürburgring: Lucas Auer wird Sechster, Philip Ellis scheidet früh aus.

 

Das Mercedes-AMG Team WINWARD hat im vierten Saisonmeeting der DTM auf dem Nürburgring einen wechselhaften Rennsonntag erlebt. Während Philip Ellis (28, Zug/CH) seinen Mercedes-AMG GT3 nach zwei Zwischenfällen schon früh abstellen musste, fuhr Lucas Auer (26, Kufstein/A) in einem von extrem harter Fahrweise im Feld geprägten Rennen abgeklärt auf den sechsten Rang nach vorne.

 

Hatte die starke Vorstellung am Vortag (nach einer nachträglich ausgesprochenen Zeitstrafe gegen einen Konkurrenten war Ellis abends noch vom dritten auf den zweiten Rang vorgerückt) in der deutsch-texanischen Mannschaft die Ambitionen auf einen erneuten Podestplatz im Sonntagsrennen genährt, so erfuhren die Hoffnungen schon nach dem verregneten Qualifying mit den Startpositionen 13 (Ellis) und 21 (Auer) einen herben Dämpfer.

 

Im Rennen auf trockener Piste ging es im Feld der 23 GT3-Rennwagen von Beginn an extrem hart zur Sache. Nach einer Berührung mit einem Ferrari musste der bereits auf Platz 10 vorgestoßene Philip Ellis schon in der ersten Runde ausgangs Kurve 7 durch die Wiese, wobei der KNAUS-Renner einiger Fahrzeugteile verlustig ging. Ein weiteres Zusammentreffen, diesmal mit einem Markenkollegen, hatte für den Lausitzring-Sieger dann das vorzeitige Aus zur Folge.

 

„Obwohl es uns im Qualifying nicht gelungen war, die Reifen ins perfekte Fenster zu bekommen, hatte ich mir fürs Rennen einiges vorgenommen“, rekapitulierte Ellis. „Leider scheint der Ferrari keine Spiegel zu besitzen, und nach dem Ausflug in die Wiese war das Rennen im Grunde schon gelaufen. Die zweite Situation war eine Kettenreaktion, die vor uns entstanden war und für die niemand wirklich etwas konnte. Und das war’s dann eben …“

 

Glück im Unglück für den gebürtigen Münchner: Weil auch mehrere Konkurrenten Federn ließen, verlor er in der Gesamtwertung nur eine Position und hat als Sechster immer noch Tuchfühlung zur Tabellenspitze.

 

Unterdessen fuhr Teamkollege Lucas Auer ein cleveres, starkes Rennen. Durch einen erneut frühen Pflichtboxenstopp am Ende der fünften Runde gelang es der WWR-Crew, den REMUS-Boliden aus dem Getümmel des Mittelfelds zu befreien. Das nötige Quäntchen Glück hatte der Österreicher dann, als in der neunten Runde zum zweiten Mal das Safety Car auf die Bahn geschickt wurde – ein großer Nachteil für all jene, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Box gewesen waren.

 

So fand sich „Luggi“ unvermittelt auf dem neunten Rang wieder, profitierte in der Folge von einer Kollision zwischen drei Fahrzeugen unmittelbar vor ihm in der Schikane und steuerte den Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 22 letztlich auf einem starken sechsten Rang ins Ziel. „Wir hatten natürlich Glück mit dem Safety Car und haben insgesamt das Beste daraus gemacht“, konstatierte Auer. „Die Pace war nicht berauschend, insgesamt war es kein gutes Wochenende für uns. Wir müssen die Zeit bis zum nächsten Rennen nutzen, um alles sorgfältig zu analysieren.“

 

Mit der erneuten Top-10-Platzierung sammelte der Tiroler immerhin weitere wichtige Punkte für die Tabelle. In der Fahrerwertung rückte Auer auf den achten Rang nach vorne, in der Teamwertung liegt das Mercedes-AMG Team WINWARD unverändert auf Position 3.

 

„Wir alle lieben hartes Racing, aber das heute war sicherlich etwas zu viel“, so das Fazit von WWR-Teamchef Christian Hohenadel. „Der Nuller für Philip tut natürlich weh, das wäre heute die ideale Gelegenheit gewesen, in der Tabelle richtig Boden gut zu machen. Lucas ist von ganz hinten ein sehr starkes Rennen gefahren, der sechste Rang ist mehr, als wir erwarten konnten. Wir haben einmal mehr gesehen, wie wichtig in der DTM ein gutes Qualifikationstraining ist. Gestern stand Philip auf P2 und wurde Zweiter, heute fuhr er aus der siebten Reihe los und geriet so ins Epizentrum des Chaos.“

 

Das fünfte Stelldichein der DTM 2021 geht bereits in zwei Wochen auf dem Red Bull Ring in der österreichischen Steiermark über die Bühne.

 

Text und Bild: WINWARD Racing