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Erste Rennteilnahme eines GT3 ohne Lenksäule auf der Nordschleife

Mercedes-AMG GT3 von Schaeffler Paravan – ausgerüstet mit Space Drive - absolviert als erstes Fahrzeug in der Renn- und Test - Geschichte der Nordschleife erfolgreich ein Rennen ohne mechanische Lenksäule.

Premiere gelungen: Der Mercedes-AMG GT3 #25, ausgerüstet mit dem elektronischen Lenksys-tem Space Drive von der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co.KG hat eine historische Fahrt absolviert. Als erstes GT3 Fahrzeug ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe hat der Steer-by-Wire-Technologieträger an einem Rennen auf der Nordschleife erfolgreich teilgenommen. Beim sechsstündigen Qualifikationsrennen für das ADAC Total 24h Nürburgring konnte der Bolide nach 41 Runden einen beachtlichen 21. Rang in der Gesamtwertung einfahren sowie den Sieg in der SPX-Klasse mit nach Hause nehmen. „Für uns war das heute ein historischer Tag“, sagt Roland Arnold, CEO der Schaeffler Paravan Technologie GmbH, der das System aus der Behindertenmobilität heraus entwickelt hat. „Noch nie ist ein GT3-Fahrzeug ohne mechanische Verbindung in einem Rennen in der Wertung auf der Nürburgring Nordschleife gefahren. Das war eine sehr starke Teamleistung. Vor allem die Fahrer und das gesamte Team haben einen Top Job gemacht.“

 

Ziel erreicht: Der Mercedes-AMG GT3 ist das erste Steer-by-Wire-Fahrzeug, welches aktiv an einem Rennen auf der Nordschleife teilgenommen hat. 

 

Das Fahrerquartett um Dominik Farnbacher, Philip Ellis, Tim Scheerbarth und dem Briten Darren Turner, die alle das erste Mal im GT3-Cockpit mit der Steer-by-Wire-Lenkung saßen, haben ihre Aufgabe mit Bravour bewältigt und konnten weitere wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Systems liefern. „Nachdem wir im April zum ersten Mal mit dem Mercedes AMG GT3 auf der Nordschleife getestet hatten, war ich überzeugt, dass das System zuverlässig funktioniert“, sagt Hubert Hügle, CTO der Schaeffler Paravan und zuständig für die Entwicklung von Space Drive 3. „Was mich überrascht hat, war das durchweg positive Feedback von den Fahrern, die das Fahrzeug zum ersten Mal auf der Nordschleife gefahren sind. Das sind wichtige Testkilometer auf der härtesten Rennstrecke. Es ist für uns wichtig, dass viele unterschiedliche Fahrer zum Einsatz kommen, um ein vielfältiges Feedback für die Entwicklung des Systems zu generieren. Das System hat seine Zuverlässigkeit erneut unter Beweis gestellt und die Fahrer sind entspannt aus dem Fahrzeug gestiegen."

 

Bei optimalen Bedingungen ging Philip Ellis, der das Qualifying 2 sowie die Top 30 gefahren ist, von Position 24 an den Start und konnte in den ersten anderthalb Stunden des Rennens wichtige Plätze gut machen. „Der Start war gut. Es hat sich gut angefühlt. Wir sind vorne mitgefahren und konnten mithalten“, berichtet er. „Es war eigentlich besser als erwartet. Wir können sehr zufrieden sein. Das ist eine gute Basis.“ Als zweiter Fahrer übernahm Darren Turner das Cockpit in Runde 14 und ordnete sich als 20. nach dem Boxenstopp wieder ein. „Philip war unglaublich schnell, das zeigt, wie gut das System ist“, berichtet der Brite. „Ich wusste im Vorfeld nicht, was mich erwartet und bin so eine Art von Lenkung noch nie gefahren. Ich fühle mich sicher mit dem Space Drive System. Und mit jeder Runde lernt man ein bisschen mehr über die das Fahr- und Lenkgefühl, da es etwas anders zu fahren ist. Ich konnte gute Zeiten erzielen.“

 

In Turn 21 übernahm Tim Scheerbarth, der bereits im vergangenen Jahr im Porsche GT4 mit Space Drive beim 24h NBR unterwegs war, das Cockpit. „Das war ein wichtiger Longrun für mich mit dem Mercedes-AMG GT3 und dem Space Drive System. Beides hat in Kombination supergut funktioniert“, berichtet er. Er habe sich sehr schnell an das neue Fahrzeug gewöhnt. „Man trifft ja schon einige Mitstreiter auf der Strecke, ein, zwei GT3 Autos konnte ich überholen. Das zeigt, dass die Pace gut war. Es war absolut safe zu fahren.“ Zuletzt ging Dominik Farnbacher auf die Strecke und konnte die gute Position über die 41-Runden-Distanz bringen. „Ich bin noch nie in ein Team gekommen, das so gut vorbereitet war“, lobte er die Space Drive Crew. Das System, das Fahrzeug, das Team alles war problemlos heute und genau das war unser Ziel, zu zeigen, dass das Auto 6 Stunden hält. Jetzt ist das nächste Level angesagt. Alles was wir heute gelernt haben, möchten wir für das 24h Nürburgring umsetzen.“

 

Es war eine gelungene Generalprobe und eine wichtige Vorbereitung vor dem legendären 49. ADAC Total 24h Nürburgring, da sind sich die Verantwortlichen einig. „Es bestätigt unsere Entscheidung, unsere Test- und Entwicklungsarbeit auf der Nordschleife konsequent fortzusetzen und zu intensivieren“, berichtet Klaus Graf, Mitglied der Geschäftsleitung von Schaeffler Paravan, der die ersten Testfahrten auf der Nordschleife im April absolviert hat. „Das Ergebnis zeigt uns vor allem, dass die Nordschleife ein sehr gutes Testumfeld darstellt, da die Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug, aufgrund der Streckencharakteristik sehr unterschiedlich sind.“ Das Team ist sich sicher, dass es das 24h-Rennen vom 3. bis 6. Juni mit einem positiven Resultat beenden kann.

 

Das elektronische Fahr- und Lenksystem Space Drive von Schaeffler Paravan ist eine Schlüssel-technologie für das autonome Fahren in Level 5, die ursprünglich aus der Behindertenmobilität entstanden ist. Durch den Wegfall der Lenksäule können zukünftige Fahrzeugkonzepte völlig neu gedacht werden, neue Innenraumkonzepte werden so möglich. Seit zwei Jahren ist die Steer-by-Wire-Technologie vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) zugelassen und wird seitdem unter den harten Bedingungen des Rennsports getestet. Die Lenktechnologie ist Bestandteil im Reglement des GTC Race und seit diesem Jahr in der DTM und wird so im Rennsporttempo weiterentwickelt. Seine Premiere auf der Nordschleife hatte das System in einem Porsche Cayman 718 GT4 beim ADAC Total 24h Nürburgring im vergangenen Jahr.

 

Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring zählt seit 1970 neben den 24h Le Mans zu den härtesten und prestigeträchtigsten Rennen der Welt. Der Wettkampf zwei Mal rund um die Uhr auf der 25,378 Kilometer langen Variante aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife wird vom 3. bis zum 6. Juni ausgetragen. Beim 24h-Rennen wurden seit dem Bestehen immer auch neue Prototypen an Rennwagen sowie innovative Techniken einem unvergleichbaren Härtetest ausgesetzt. Seit der Eröffnung des Nürburgrings 1927 gilt die Weisheit: „Jeder lobt, was Nürburgring erprobt.“

 

Text: Schaeffler Paravan Pressemeldung

Bild: Gruppe C

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