DREI INTENSIVE SPRINTRENNEN IN MISANO

Einziges Lamborghini-Team am Sprintauftakt

Solide Positionierungen in den Top 10

Technischer Defekt im zweiten Rennen sorgt bei #14 für Rennausfall

 

Ein vollgepacktes Sprintwochenende stand dem Emil Frey Racing Team in Misano bevor. Die erste Test-Session fand am Donnerstagnachmittag statt. Am Freitag folgten zwei freie Trainings. Die ersten beiden Qualifyings und das erste Sprintrennen wurden am Samstag ausgetragen. Abschliessend wurde am Sonntag das dritte Qualifying sowie Rennen 2 und 3 absolviert.

 

Das Team aus Safenwil vertrat an diesem Sprintwochenende als einziges Team den Hersteller Lamborghini Squadra Corse und ging mit über 20 Mitstreiter in den Kampf.

Emil Frey Racing belegte im ersten Rennen P7 (#163) und P10 (#14), im zweiten P5 mit der #163, und im letzten Rennen P8 (#163) und P7 (#14).

 

Die Lamborghinis stellten für Emil Frey Racing in Kombination mit den Pirelli-Reifen und der Rennstrecke Misano eine Premiere dar. Die Strecke, die unter dem Namen “Misano World Circuit Marco Simoncelli” bekannt ist, bringt einige Herausforderungen mit sich. Damit sind besonders die Kurven T6 und T8 gemeint, welche es mit einer konstanten schnellen Geschwindigkeit zu fahren gilt. So mühsam die beiden Kurven auch sein mögen, so wichtig sind sie zugleich. Die zwei berühmt-berüchtigten Kurven weisen fast die einzige Chance auf, ein potentielles Überholmanöver umzusetzen.

 

Die erwähnten Aspekte stellten für die beiden Lamborghinis des EFR Teams eine Herausforderung dar und waren der Grund, warum der Fokus der beiden Fahrzeug-Setups hauptsächlich auf die schwierigen Kurven gelegt wurde. Das Ziel war es, in allen Sektoren konstant schnell zu sein und dies trotz der stetig ansteigenden Asphalttemperaturen, die einen erheblichen Einfluss auf den Reifendruck ausübten.

 

Freie Trainings / Pre-Qualifying

Das geplante Setup funktionierte auf Anhieb nicht wie erhofft. Um schnellere Verbesserungen herauszufahren, entschied sich das Team dazu, mit unterschiedlichen Setups für die beiden Lamborghinis im Pre-Qualifying zu starten. Fast das ganze Feld fuhr innerhalb einer Sekunde und in Misano sind Überholmanöver generell sehr schwierig. Somit wurde in den Trainings auch fleissig am Qualifying Setup gearbeitet.

 

Qualifying 1

Der Kanadier Mikael Grenier machte den Start mit der #14, so auch sein Kollege Giacomo Altoè mit der #163. Grenier fuhr zwar vorerst auf die sechste Position und lag damit eine Position vor seinem Kollegen Altoè, doch das Glück schien nicht lange auf seiner Seite zu sein. Die Rundenzeit des Kanadiers wurde aufgrund einer Überfahrung der Streckenbegrenzung in Kurve 16 gestrichen, wodurch er auf Platz 11 zurückfiel und damit wertvolle Plätze verlor. Giacomo Altoè mit der #163 hingegen sicherte sich den sechsten Platz.

 

Qualifying 2

Der Start des zweiten Qualifyings gestaltete sich für die beiden Lamborghinis zu Beginn eher schwierig. Doch plötzlich schien das Adrenalin bei Albert Costa in den letzten zwei Minuten seine Wirkung zu zeigen: Der Spanier gab Vollgas und schaffte gar die beste Zeit in Sektor 1 und sicherte sich damit den vierten Platz. Auch Norbert Siedler fand den Rhythmus und platzierte sich auf Platz zehn.

 

Rennen 1

Das erste Rennen lief für EFR mässig. Der Start von Giacomo Altoè beinhaltete einige Tücken. Im Gedränge der Gegner kam er auf die dreckige Fahrspur und wurde auf P9 zurückgeworfen. Mikael Grenier konnte zwischenzeitlich eine Position gutmachen.

 

Die #163 kam als erste an die Box. Bei diesem Boxenstopp ging jedoch wertvolle Zeit verloren, was auf die Wartezeit für die Fahrzeuge, die sich auf der Überholspur näherten, zurückzuführen war. Die Wende kam mit der Full-Course-Yellow Phase, welche aufgrund eines Crashes zwischen zwei Audi’s zustande kam. Die dadurch erteilten Strafen kamen EFR zugute und so schaffte es die #163 als Siebter und die #14 als Zehnter ans Ziel.

 

Qualifying 3

Auch im dritten Qualifying sass das Duo Grenier/Altoè wieder am Steuer. Zwei gute Runden sicherten zwei Top Ten Platzierungen. Nach dem geplanten Pitstop bauten beide die Leistung konstant aus und sicherten sich die Plätze P5 bei der #163 und P6 bei der #14.

 

Rennen 2

Der Spanier Albert Costa legte von Anfang an eine solide Performance hin und fühlte sich im Lamborghini sichtlich wohl. In den ersten zehn Minuten fuhr er direkt auf den dritten Platz und zeigte sich gegenüber des Zweiplatzierten angriffslustig. Nach dem Pitstop und gleichzeitigem Fahrerwechsel zu Giacomo Altoè landete die Crew #163 auf P5. Ein kleiner Fahrfehler von Altoè wurde sogleich vom Audi, der direkt hinter ihm fuhr, als Chance genutzt und in einen Vorteil für das Audi-Team umgesetzt. Altoè sicherte sich zum Rennschluss den fünften Platz.

Norbert Siedler, der das Schwesterauto mit der #14 fuhr, sah sich nach knapp einer halben Stunde gezwungen, das Rennen frühzeitig abzubrechen. Grund dafür war ein technischer Defekt am Lamborghini #14. Ein herber Rückschlag für die Crew #14. Doch das Team schaffte es, den Defekt noch vor dem letzten Rennen zu beheben.

 

Rennen 3

Das dritte und somit letzte einstündige Rennen des Sprintwochenendes stand bevor. Die beiden Lamborghinis von EFR starteten von P5 mit der #163, direkt gefolgt vom Schwesterauto mit der #14 auf P6.

 

Der junge Italiener Giacomo Altoè machte einen Fehler, indem er hart über die Curbs fuhr und verlor dabei drei wertvolle Positionen und fiel von P6 auf P9 zurück. Mikael Grenier gelang eine konstante Rundenzeit, womit er sich auf P5 positionierte.

 

Der eingelegte Pitstop der beiden Lamborghinis liess Norbert Siedler mit der #14 auf P8 und Albert Costa mit der #163 auf P10 zurückfallen. Bei der #163 war vor der Wegfahrt kein Gang eingelegt. Er verlor deshalb bei der Abfahrt ganze sechs Sekunden.

 

In den letzten zehn Minuten ereignete sich ein Unfall, in dem zwei andere Fahrzeuge verwickelt waren, was dem Team von EFR wiederum eine Schlussplatzierung von P7 für die #14 und P8 für die #163 ermöglichten.

Teamstimmen

 

Lorenz Frey-Hilti, Team Principal

Dieses Rennwochenende hat einmal mehr gezeigt, dass jede Rennstrecke seine Tücken hat und ein gutes streckenspezifisches Setup das A und O ist. Ich bin insgesamt zufrieden mit unserer Leistung an diesem Wochenende, wobei der Ausfall unserer #14 im zweiten Rennen natürlich sehr ärgerlich war. Wir konnten den Defekt aber schnell beheben und mit beiden Lamborghinis einwandfrei ins dritte und letzte Rennen gehen. Wir nehmen wichtige Erkenntnisse ins nächste Rennen am Nürburgring mit, wo uns dann wieder ein Endurance-Rennen bevorsteht.

 

Jürg Flach, Technischer Direktor

Ich muss zugeben, die Bedingungen waren an diesem Rennwochenende sehr speziell und schwierig zugleich. Das richtige Set-Up zu finden gestaltete sich eher schwierig. Trotz einer guten Performance während des Rennens war es für beide Lamborghinis dennoch sehr schwierig, an die führenden Teams heranzukommen. Die #14 hat überwiegend mit dem Übersteuern des Fahrzeuges gekämpft, während die #163 Schwierigkeiten im Bereich der Bremsen hatte. Ein Wochenende vollgepackt mit zahlreichen Änderungen, die an den Fahrzeugen vorgenommen wurden. Die Mechaniker, Ingenieure und das gesamte Team haben dabei intensive und gute Arbeit geleistet. Wir nehmen viel neue Erfahrungen und Optimierungen mit und setzen diese für das nächste Rennen am Nürburgring um.

 

Fahrerstimmen Lamborghini Huracán GT3 EVO #163

 

Albert Costa Balboa (ESP)

Wir haben unser Bestes gegeben, auch wenn es in der Tat ein echt herausforderndes Wochenende war. Das ganze Team inklusive uns Fahrern hatten vom ersten Tag an viel Arbeit vor uns und hatten mit dem Fahrzeug einiges zu verbessern. Aber wie ich schon sagte, haben wir unser Bestes gegeben und es am Ende gar in die Top 10 geschafft. Es auf das Podium zu schaffen ist natürlich weiterhin das Ziel – dafür werden wir auch kämpfen.

Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team und freue mich auf das erste Rennen nach der Sommerpause am Nürburgring. Wir werden weiterhin kämpfen, denn dies ist erst der Anfang und das Beste soll noch kommen!

 

Giacomo Altoè (ITA)

Dieses Wochenende war eine echte Knacknuss! Wir haben sehr intensiv am Setup des Lamborghinis gearbeitet und eine Verbesserung angestrebt. Der Aufwand hat sich gelohnt und wir haben einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Sowohl im Qualifying wie auch im Rennen konnten wir einige gute Ergebnisse erzielen und ich freue mich bereits auf das nächste Rennen am Nürburgring.

 

Fahrerstimmen Lamborghini Huracán GT3 EVO #14

 

Norbert Siedler (AUT)

Es war sicherlich kein einfaches erstes Sprintwochenende. Dennoch hat das ganze Team einen super Job gemacht und das Fahrzeug von Runde zu Runde verbessert! Leider hatten wir im zweiten Rennen ein technisches Problem und mussten das Fahrzeug deshalb schon in der Anfangsphase abstellen! Es gibt sicherlich noch Potenzial nach oben. Ich danke dem gesamten Team für diese tolle Arbeit und freue mich schon jetzt auf den Nürburgring, wo ich 2016 meine Premiere mit Emil Frey Racing feiern durfte!

 

Mikaël Grenier (CAN)

Das war ein schwieriges Wochenende für uns. Nichtsdestotrotz haben wir dabei sehr viel gelernt und konnten einige Punkte im ersten und dritten Rennen erzielen. Das Team hat einen wirklich tollen Job gemacht, um das Auto nach dem mechanischen Problem im zweiten Rennen wieder auf Vordermann zu bringen. Jetzt kehren wir zurück nach Hause und starten kampfbereit ins nächste Rennen.

 

Text: Emil Frey Racing

Bild: SRO

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