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Sieg und Pole am Red Bull Ring waren "ein wirklich verrücktes Gefühl"

Nicolai Sylvest und Jens Klingmann haben nach dem letzten erfolgreichen GT-Masters Wochenende auf dem Red Bull Ring ein Interview mit uns geführt, das Einblicke in das Geschehen am Wochenende und den Rest der Saison gibt.  

NRingInfo: "Erst die Pole Position und dann der Sieg am Samstag. Wie war das für dich?"

Sylvest: "Es war ein wirklich verrücktes Gefühl. Ich bin sehr stolz darüber, was wir alle an diesem Wochenende erreicht haben. Ich habe erst gar nicht realisiert wie perfekt der Samstag für uns gelaufen ist. Pole Position, schnellste Rennrunde und ein Start-Ziel Sieg. Ich muss mich ganz herzlich bei MRS (Molitor Racing Systems) und BMW Motorsport bedanken, die das erst möglich gemacht haben."

NRingInfo: "Auch am Sonntag seid ihr in den Top 5 ins Ziel gekommen. Alles in allem war es also ein gelungenes Wochenende. Hast du das im voraus erwartet."

Sylvest: "Zu keinem Zeitpunkt habe ich mit so einem Ergebnis gerechnet. Nach dem zweiten freien Training am Freitag hatte ich sogar überhaupt kein gutes Gefühl. Vor allem im zweiten Sektor hatte ich Probleme und musste mich verbessern. Scheinbar habe ich das gemacht und alles klappte besser als erwartet. Das Auto  hat sich großartig angefühlt und ich habe es geschafft eine gute Runde hinzulegen. Allein das war ein tolles Gefühl. Allerdings hat das den Druck vor dem Rennen nicht unbedingt verringert."

NRingInfo: "Es gab am Red Bull Ring viele Strafen wegen der Track Limits. Wie siehst du das Ganze?"

Sylvest: "So eine Frage ist immer schwierig. Wenn an einer Stelle keine echte Wand ist, ist es schwierig so zu handeln als wäre dort eine. Solange die Stewards klar aussprechen was die Regeln sind ist es sowieso für jeden gleich. Wir haben es geschafft weder in den Qualifyings noch in den Rennen eine Verwarnung für solche Situationen zu bekommen. Ich denke wir waren das einzige Team, die das geschafft haben."

NRingInfo: "Das nächste Rennen ist in Zandvoort. Dort ist die Situation mit den Auslaufzonen eine komplett andere. Magst du die Strecke und was denkst du ist dort für euch möglich?"

Sylvest: "Zandvoort ist ein atemberaubender Ort. Es fühlt sich an wie Sommerferien. Einfach Rennautos am Strand fahren. Den BMW M6 GT3 habe ich zwar beim Oschersleben Wochenende zum ersten Mal gefahren, aber meine Erfahrung sollte schon reichen. Ich glaube wenn wir ein gutes Setup finden und ein ordentliches Qualifying haben, wird es ein gutes Wochenende werden. So lange wir in den Top 10 bleiben sind wir zufrieden."

NRingInfo: "Jetzt seid ihr fünfter in der Meisterschaft und habt einen Rückstand von 52 Punkten. Was denkst du ist dieses Jahr noch möglich?"

Sylvest: "Ich würde lügen wenn ich sage, dass wir die Meisterschaft nicht gewinnen können. Wir wollen genau wie jedes andere Team auch gewinnen und werden unser bestes geben das zu erreichen. Möge das beste Team gewinnen."

Auch Jens Klingmann zufrieden


Jens Klingmann:
"Der Red Bull Ring ist im ADAC GT Masters Kalender definitiv unsere stärkste Strecke. Wir haben mit dem Testtag am Donnerstag begonnen, ist immer gut wenn man noch einen Tag mehr hat um sich aufs Wochenende vorzubereiten und waren eigentlich direkt auf einem guten Level und mussten nicht mehr viel am Setup verändern. Ich denke das Qualifying vom Nicolai war eine sehr gute Basis für ein gutes Rennen, haben zwar auf einen Podestplatz gehofft aber im GT Masters ist alles so eng da kann man das sicherlich schlecht voraus sagen ob es überhaupt für ein Podium, geschweige denn für einen Sieg reicht. Habe einen guten ersten Stint gehabt und versucht etwas reifenschonender zu fahren aber da habe ich recht schnell gemerkt, dass das nichts wird da die Corvette dicht hinter mir war und viel Druck gemacht hat. Demnach musste ich mehr pushen um die Corvette hinter mir zu halten. Stärken im mittleren und letzten Sektoren auszuspielen. Schwächen kaschieren, die Corvette hat eine sehr guten Topspeed und Traktion. War eine enge Nummer aber es hat gereicht und ein tolles Ergebnis gerade nach diesen schwierigen ersten Rennen dieses Jahr. Sonntag solides Qualifying, bisschen Verkehr gehabt, sonst wären wir vielleicht auch in die erste Startreihe gekommen, aber so war es P5. Solider 1. Stint mit mit 30KG Ballast, das ist auch einiges an Gepäck. Gerade bergauf und bergab mit den Bremsen, da merkt man schon einen deutlichen Unterschied. Am Ende war es mit P4 knapp am Podium vorbei aber wir sind alle mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren und waren mit dem Wochenende sehr zufrieden In Most waren wir nah am Podium dran bevor uns dann 8 Minuten vor Schluss ein technischer Defekt heimgesucht hat, da war die Enttäuschung sehr groß. Die nächsten Strecken liegen uns nicht so sehr, aber wir wollen natürlich versuchen unter den Top 5 mitzufahren aber im GT Masters ist alles so eng, da kann man keine Prognose wagen. Wir denken von Rennen zu Rennen und genießen noch ein bisschen den Sieg am Red Bull Ring aber bei mir liegt jetzt schon wieder der Fokus auf dem 24h Rennen auf dem Nürburgring, da wollen wir dann wieder angreifen."

 

Interview: Max Renfordt

Bild: Susanne Roßbach

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