
Porsche-Werksfahrer Laurin Heinrich aus Würzburg schrieb am vergangenen Wochenende in der nordamerikanischen Sportwagen-Meisterschaft das nächste Erfolgskapitel. In einem nervenaufreibenden Sechs-Stunden-Rennen stand das Team kurz vor einem Ausfall, lag eine Runde zurück und Heinrich überquerte am Ende dennoch als Dritter die Ziellinie. Auf der 5,47 Kilometer langen Rennstrecke Watkins Glen im US-Bundesstaat New York fuhr der 24-Jährige im Porsche Prototypen von JDC-Miller MotorSports gemeinsam mit dem Niederländer Tijmen van der Helm und dem US-Amerikaner Kaylen Frederick vom fünften Startplatz auf das Podium. „Was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Das Rennen war ein richtig hartes Stück Arbeit. Wir haben uns durch nichts beirren lassen und als Team alles für den Erfolg gegeben. Das Ergebnis war die Belohnung für unseren Einsatz“, sagte Heinrich.
Schon am Samstag bekam der gebürtige Kürnacher ein Gefühl dafür, warum Watkins Glen zu den besonderen Stationen im Kalender zählt. Erstmals bewegte Heinrich den Prototypen im Qualifying mit deutlich weniger Kraftstoff sowie frischen Reifen – und damit auf maximale Performance eingestellt. Zur sportlichen Herausforderung kam dann auch noch die passende Kulisse: „Im Porsche 963 in Watkins Glen Richtung Sonnenuntergang zu fahren, ist schwer in Worte zu fassen. Da war schon ein bisschen Rennsportromantik dabei. Für mich war das ein besonderer Moment und eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde“, beschrieb Heinrich.
Eine weitere Premiere folgte im Rennen: Heinrich übernahm erstmals den Start in der Top-Klasse der IMSA WeatherTech SportsCar Championship und saß beim Sechs-Stunden-Rennen insgesamt rund dreieinhalb Stunden im Auto. Der Würzburger behauptete sich zunächst im Spitzenfeld und übergab den Porsche 963 auf dem dritten Platz an seinen niederländischen Teamkollegen van der Helm. Nach dessen Stint stieg Frederick in den Boliden, der sich bei einer Kollision mit einem GT-Fahrzeug einen Reifenschaden zuzog. Dadurch verlor das Trio eine Runde auf die Spitze. Heinrich übernahm anschließend erneut das Cockpit und arbeitete sich mit einer starken Rennperformance zurück bis auf die dritte Position.
Im Schlussspurt folgte jedoch der nächste Rückschlag: Während einer Full-Course-Yellow-Situation überfuhr der Porsche-Werksfahrer unausweichliche Trümmerteile auf der Strecke und handelte sich einen weiteren Reifenschaden ein. Da die Boxengasse zunächst aufgrund der anhaltenden Gelb-Phase geschlossen war, musste Heinrich drei Runden mit schleichendem Luftverlust absolvieren und erreichte die Box schließlich mit nur noch 0,6 Bar Reifendruck. „Die Zeit bis zum Reifenwechsel hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Auf der letzten Rille habe ich mich zurückgequält und versucht, keinen zusätzlichen Schaden zu riskieren“, beschrieb der Profipilot. Erneut fiel das Team zurück, doch der Unterfranke gab nicht auf und kämpfte sich bis zum Zielstrich von der siebten Position bis auf den dritten Rang nach vorne.
Nach seinen Siegen in Daytona, Sebring und Laguna Seca liegt Heinrich nun mit 1942 Punkten auf dem zweiten Rang der Fahrerwertung und ist gleichzeitig bestplatzierter Porsche-Pilot in der IMSA-Meisterschaft. „Nach dem Reifenschaden noch auf das Podium zu fahren, zeigt die Moral in diesem Team. Wir haben wieder ein starkes Ergebnis geholt und wollen unsere Statistik bis zum Saisonende weiter verbessern“, sagte Heinrich. Der nächste Einsatz in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship steht vom 30. Juli bis 2. August auf dem Programm. Dann gastiert die Serie auf der Traditionsstrecke Road America, dem Heimrennen von JDC-Miller MotorSports, über eine Distanz von sechs Stunden. „Wir nehmen viel Rückenwind aus Watkins Glen mit. Jetzt geht es darum, genau dort weiterzumachen und auch in Road America wieder ein starkes Wochenende abzuliefern“, sagte Heinrich.
Text: Laurin Heinrich Pressemeldung/9pm media











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