
Erstmals gastierte die Formula Winter Series auf dem traditionsreichen Circuito Estoril in Portugal. Während der Wetterbericht bereits im Vorfeld nichts Gutes verhieß, versprach die hochkarätige Starterliste einen spannenden Saisonauftakt in der von GEDLICH Racing organisierten Formel-4-Serie.
Unter den Teilnehmern fanden sich zahlreiche Nachwuchstalente mit direkter Formel-1-Anbindung. Dries Van Langendonck ging für das zurückgekehrte Team Rodin Motorsport an den Start und trägt die Farben des McLaren Driver Development Programme. Van Amersfoort Racing setzte mit Rocco Coronel auf das neueste Talent aus dem Red Bull Junior Team, während Campos Racing gleich drei Fahrerinnen aus dem Red Bull Umfeld aufbot: Alisha Palmowski und Rafaela Ferreira aus der Red Bull F1 Academy sowie Red Bull Junior Chiara Bättig.
Rückkehrer wie Aleksander Ruta, Thomas Bearman (Van Amersfoort Racing), Teo Borenstein (Jenzer Motorsport) und Oleksandr Savinkov (US Racing) wollten ebenfalls ein Wort im Titelkampf mitreden. Gleichzeitig hofften vielversprechende Rookies wie Levi Arn, Alfie Slater, Ethan Lennon und Vittorio Orsini auf einen optimalen Start in ihre Formula-Winter-Series-Karriere.
Rennen 1
Die beiden Qualifying-Sessions am Samstag wurden massiv von Regen beeinflusst, was zu Startaufstellungen führte, die nur wenig mit der erwarteten Formkurve zu tun hatten. Vor dem ersten Saisonrennen setzte starker Regen ein, sodass der Lauf zunächst hinter dem Safety Car begann. Bereits in der Anfangsphase drehte sich Teo Borenstein, was die schwierigen Bedingungen unterstrich.
Nach mehreren Runden wurde das Rennen per roter Flagge unterbrochen. Zwar besserten sich die Bedingungen leicht, doch kurz vor dem tatsächlichen Rennstart setzte erneut Regen ein. Schon nach wenigen Kurven sorgten weitere Ausrutscher für eine erneute Safety-Car-Phase, die das Rennen letztlich beendete.
Dries Van Langendonck musste von der Pole-Position aus lediglich fehlerfrei bleiben, um sich seinen ersten Saisonsieg sowie den Rookie-Erfolg zu sichern. Alfie Slater folgte auf Rang zwei vor Levi Arn. Alisha Palmowski belegte Platz vier und gewann die Female Trophy.
Rennen 2
Die Startaufstellung für Rennen zwei konnte aufgrund zahlreicher Unterbrechungen im Qualifying nur teilweise regulär gebildet werden. Lediglich drei Fahrer – Alisha Palmowski, Felipe Reijs und Vittorio Orsini – hatten eine zweite schnelle Runde setzen können. Die übrigen Startplätze wurden anhand der Trainingszeiten vergeben.
Bei rutschigen Bedingungen und auf Regenreifen erwischten Rocco Coronel und Dries Van Langendonck einen perfekten Start aus der dritten Reihe. Coronel übernahm bereits in der zweiten Kurve die Führung und setzte sich gemeinsam mit Van Langendonck vom Feld ab. Dahinter entbrannte ein intensiver Kampf um Platz drei.
Nach mehreren Zwischenfällen und Safety-Car-Phasen blieb Coronel unangefochten an der Spitze und gewann sein erstes Formel-4-Rennen überhaupt. Van Langendonck wurde Zweiter, Thomas Bearman komplettierte das Podium. Palmowski verpasste die Top Ten knapp, sicherte sich jedoch erneut die Female Trophy.
Rennen 3
Der dritte Lauf entwickelte sich zum dramatischen Höhepunkt des Wochenendes. Bereits auf der Startaufstellung setzte erneut Regen ein, während alle Fahrer auf Slicks standen. Van Langendonck behauptete zunächst die Führung, doch ein Zwischenfall in Kurve zwei führte früh zum Safety Car.
Mit zunehmendem Regen entschieden sich viele Teams für einen Reifenwechsel auf Intermediates oder Regenreifen. Während einige Fahrer zu lange auf Slicks blieben, trafen andere die richtige Entscheidung. Oleksandr Savinkov profitierte von der Strategie und setzte sich gemeinsam mit Chiara Bättig und Ary Bansal an die Spitze.
Savinkov überholte Bansal im weiteren Verlauf und sicherte sich schließlich einen souveränen Sieg – seinen ersten überhaupt in der Formel 4, im dritten Jahr seiner Serie. Chiara Bättig wurde Zweite, gefolgt von Mathilda Paatz, womit erstmals seit 2023 wieder ein reines Frauen-Doppelpodium in der Formula Winter Series gefeiert wurde.
Van Langendonck fiel nach seiner Slick-Strategie bis auf Rang 22 zurück, bleibt aber Tabellenführer. Savinkov rückte mit seinem Sieg auf Platz zwei der Gesamtwertung vor.
Insgesamt punkteten 24 Fahrer an diesem Wochenende – mehr als in der gesamten Formula-Winter-Series-Saison 2025. Ein deutliches Zeichen für die außergewöhnlich wechselhaften und unberechenbaren Bedingungen in Estoril.
Die Formula Winter Series bleibt für den nächsten Lauf in Portugal und gastiert am 7. und 8. Februar auf dem Autódromo Internacional do Algarve in Portimão.
Text: Gedlich Racing








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