Klare Linie in einem nebulösen Rennen - rent2Drive-racing mit Podestplatz beim „24h-Rennen“

Bild: Max Bermel
Bild: Max Bermel

Es gibt diese Rennwochenenden. Da hat das Team viel Eifer und Herzblut in die Organisation und Vorbereitung gesteckt – und dann kommt alles anders.

Dass die 52. Ausgabe der ADAC Ravenol 24h Nürburgring zumindest für das Döttinger Team rent2Drive-Racing einen Rekord einbringen würde, stand bereits vorher fest, und zwar mit der Verpflichtung des Fahrers Georg Arbinger aus Deggendorf. Bei keinem anderen Piloten in der langen Historie des Langstreckenklassikers gab es je einen größeren Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Start. 37 Jahre waren seit dessen erster Teilnahme anno 1987 bereits ins Land gezogen.

Das berühmt-berüchtigte Eifelwetter sollte dagegen für einen gegenteiligen Rekord sorgen. Nach rund sieben Stunden Rennzeit – die Startampel war am Samstag um Punkt 16 Uhr für das 127 Autos umfassende Teilnehmerfeld auf Grün gesprungen – umhüllte dichter Nebel die 25,378 km lange Rennstrecke und wollte sich vor allem im Bereich der GP-Strecke nicht mehr auflösen. Resultat war das kürzeste „24h-Rennen“ aller Zeiten.

Schon recht bald nachdem die rote Flagge gezeigt worden war, setzte die Rennleitung um Walter Hornung die Teilnehmer und die Fans an der Strecke darüber in Kenntnis, dass der „Eifel-Marathon“ zunächst bis mindestens 7 Uhr am Folgetag unterbrochen werden würde. Mit dieser Gewissheit zogen sich viele Fahrer, Mechaniker und Helfer, die mindestens seit dem Fronleichnams-Donnerstag im Dauereinsatz waren, für eine unerwartete, aber mehr als verdiente „Mütze Schlaf“ zurück. Beim Öffnen der Augen stellten alle jedoch vereint fest, dass der Nebel gekommen war um zu bleiben. Um 9:30 Uhr wurden die Teams dann gebeten, ihre Fahrzeuge in die (Re-)Startaufstellung zu bringen. Doch auch diese Maßnahme konnte das trübe Wetter nicht zum Aufgeben bewegen. Für ca. vier Stunden harrte man im Grid aus, dann kam die Meldung: Es geht weiter! Man entschied, das Feld für fünf Runden hinter dem Safetycar durch die „Grüne Hölle“ zu schicken, um danach final über Fortsetzung oder Abbruch zu entscheiden.

Immer wieder verzog sich der Nebel dabei ein wenig, nur um Sekunden später die Strecke wieder in ein herbstlich anmutendes Grau zu tauchen. Zwecklos, unter diesen Bedingungen Rennen zu fahren und so die Gesundheit der Fahrerinnen, Fahrer, Marshals und Zuschauer zu gefährden. Am Ende der vierten Formationsrunde zeugte der Jubel aus der Box des gesamtführenden Teams Schrerer PHX davon, dass das Rennen vorzeitig abgewunken werden würde. So blieb den Zuschauern, die rund um die Strecke ausgeharrt hatten, noch eine Runde in langsamer Fahrt, um ein letztes Erinnerungsfoto der Autos zu schießen. Viele Fahrer bedankten sich für diesen Support und zollten durch Zuwinken den Fans den ihrerseitigen Respekt.

 

Für rent2Drive-racing wurde diese Ehre dem bereits oben angesprochenen Georg Arbinger zuteil. Frenetisch wurde seine Zieldurchfahrt im „Fluffy“ (Porsche Cayman GTS) von seinen Teamkollegen Axel Jahn (Heusweiler), Stefano Croci (Bergamo/I) und David Ackermann gefeiert. Dem Jubel schloss sich natürlich auch die Boxencrew um Chefmechaniker Alois Mindermann an.

 

Vom dritten Startplatz in der Klasse V6, gleichbedeutend mit der 100. Gesamtposition, war man ins Rennen gegangen. Teamchef und Fahrer David Ackermann: „Unsere Devise lautete, gerade im Hinblick auf die zu erwartenden Wetterkapriolen, ganz klar ‚Durchkommen!‘. Daher sind wir das Rennen bewusst konservativ angegangen, haben bei der Reifenwahl stets auf Sicherheit gesetzt. Unserer Strategie, die dadurch verlorene Runde im Laufe des restlichen Rennens wieder aufzuholen, setzte der Nebel ein jähes Ende.“

 

Am Ende hatte man 40 Runden zurückgelegt und fuhr auf Rang 3 ins Ziel. Die schnellste Runde stand mit 10:09.040 zu Buche. Nochmals David Ackermann: „Wir sind hochzufrieden. Das Auto lief einmal mehr wie ein Uhrwerk. Georg hat nach langer Abstinenz einen super Job gemacht, Stefano hat sich in seinem ersten 24h-Rennen bravurös geschlagen und Axel einmal mehr bestätigt, warum wir seit etlichen Jahren auf seinen Speed und seine Erfahrung setzen. Mein Dank gilt jedoch auch insbesondere der gesamten Crew, die über das gesamte lange Wochenende eine tadellose Energieleistung an den Tag gelegt hat!“

 

Da das Team den historischen Motorsport als zweites Standbein für sich entdeckt hat, war ein Start bei den „24h Classics“ im Rahmenprogramm natürlich eine mehr als willkommene „Pflicht“. Neben den beiden bekannten BMW M3 E36 (Codenamen „Bestie“ und „Pink Sophie“), zeichnete man auch für den Einsatz zweier Zuffenhausener Boliden des schweizerischen Teams RedBack Racing verantwortlich. Auf einem Porsche Carrera 964 CUP konnten die beiden Eidgenossen Ivan Reggiani und Ivan Jacoma einen sensationellen fünften Gesamtrang (bei 166 gestarteten Fahrzeugen) einfahren. Der eigentlich als Doppelstarter gemeldete Reggiani konnte sich dabei – leider gezwungenermaßen – voll und ganz auf dieses Fahrzeug konzentrieren, da der zweite Porsche, ein Carrera 2, bereits im Qualifying mit technischem Defekt im Fahrerlager verblieb.

 

Bestialisch gut lief es dann auch für die „Bestie“, pilotiert von Jörg Wiskirchen, Jérôme Larbi und David Ackermann. Lediglich ein etwas zu spät angesetzter Wechsel auf profillose Slicks verhinderte den im Bereich des Möglichen gelegenen Siegs in der Klasse 59 (Gruppe N). Das Schwesterauto mit den Fahrern Holger Gachot, Ralf Klein und Stefan Müller wurde von einer typischen E36-Krankheit heimgesucht. Das Gaspedal war gerissen und als Folge konnten nicht mehr die vollen 286 PS abgerufen werden. Platz 5 als Endresultat.

 

Zufriedenheit allenthalben also beim Abbau am Sonntagnachmittag. Die PR-Abteilung des Teams unter Führung von Diana Ackermann hatte auch in diesem Jahr wieder einiges in petto. Die selbst designten Autogrammkarten und Poster wurden den Fahrern während der Autogrammstunde in der Boxengasse am Freitagabend förmlich aus den Händen gerissen, in der Startaufstellung wurden haufenweise „Fluffy“-Aufkleber an Mann, Frau und Kind gebracht. Die Häupter der Teammitglieder zierten dabei die unter Hochdruck angefertigten Basecaps . Diana Ackermann erklärt die Geschichte dahinter: „Die Anfrage nach einem Fluffy-Cap erreichte mich Anfang Mai, ich war von der Idee begeistert und auch unter tätiger Mithilfe des Zufalls wurden die Caps binnen weniger Tage entworfen und hergestellt. Die gute Nachricht für unsere Fans: Es sind noch einige Exemplare zu haben! Interessierte Rennsport-Fans, die in der Restsaison stylisch auftreten möchten, dürfen uns daher gerne über unsere Website kontaktieren!“

 

In drei Wochen geht es dann für die Mannschaft aus Döttingen zurück in den NLS-Alltag, wenn am 22.06.2024 die 69. ADAC Westfalenfahrt ansteht. David Ackermann: „Zurzeit sieht die Planung vor, dass ‚Fluffy‘ von seiner kleinen Schwester ‚Pinkie‘, also unserem Porsche Cayman V5 begleitet werden wird. Ein Einsatz weiterer Fahrzeuge ist nicht ausgeschlossen!“

 

Text: rent2Drive-Racing Pressemeldung