Nullnummer nach Bodycheck

Unter Wert geschlagen wurde das KÜS Team75 Bernhard beim Saisonauftaktrennen zum ADAC GT Masters in Oschersleben, Punkte blieben außer Reichweite: Timo Bernhard (37, Bruchmühlbach-Miesau) belegte zusammen mit seinem Porsche-Werksfahrerkollegen Kévin Estre (29, Frankreich) im 911 GT3 R mit der Startnummer 17 der Mannschaft aus dem pfälzischen Bruchmühlbach-Miesau Platz 14, Klaus Bachler (26, Österreich) und Adrien De Leener (28, Belgien) kamen im Schwesterauto mit der Startnummer 18 auf Rang 27 ins Ziel. 

Mit Startplatz acht hatte Timo Bernhard im Qualifying bei abtrocknender Strecke das beste Porsche-Ergebnis herausgefahren, Adrien de Leener kam mit sechs Zehntelsekunden Rückstand auf die 24. Position. Beim Start machte der amtierende Langstreckenweltmeister und Le-Mans-Sieger zwei Plätze gut, wurde aber wenige Meter danach von einem Konkurrenten ins Gras gedrückt und fiel dadurch auf Rang elf zurück. Zum Pflichtboxenstopp fuhr Timo Bernhard als Neunter vor. 

 

Estre übernahm und war auf dem Weg nach vorn. Bei einem Überholmanöver schlug ihm ein Konkurrent aber die Tür vor der Nase zu, der Franzose drehte sich und verlor etliche Positionen. Die Aufholjagd brachte ihn dann noch auf Platz 14 nach vorn. 

Adrien De Leener konnte seine Position bis zum Boxenstopp halten. Klaus Bachler hatte dann in seinem Stint mit dem Fahrverhalten seines Wagens zu kämpfen und musste noch drei Plätze abgeben.

 

Das Sonntagsrennen wird morgen um 13.08 Uhr gestartet. Sport1 überträgt die „Liga der Supersportwagen“ live in voller Länge.

 

#17

Timo Bernhard: „Es sind gemischte Gefühle. Mit dem Ergebnis sind wir natürlich nicht zufrieden. Das Rennen hat gut begonnen, ich habe am Start zwei Positionen gutgemacht. In Kurve drei wurde ich dann leider 'rausgedrückt. Das war sehr unfair, ich habe dadurch fünf Positionen verloren. Er musste mich dann zwar wieder vorbeilassen, aber ich hing auf Platz neun fest. Kévin hat dann leider beim Versuch auf Platz acht zu fahren, einen Dreher gehabt und wir sind aus den Top Ten gefallen. Von der Performance her wäre klar mehr möglich gewesen. Deutlich Top Ten auf jeden Fall. Wir hatten halt heute ein bisschen Pech. Aber wir geben nicht auf und morgen beim zweiten Rennen müssen sich alle warm anziehen.“ 

 

Kévin Estre: „Ein schwieriges Rennen. Timo hatte eine super Start, aber dann hat er nach dem Kontakt in der dritten Kurve fünf Positionen verloren. Wir waren auch danach schnell, aber hier ist es schwierig zu überholen. Nach dem Boxenstopp bin ich auf der gleichen Position rausgekommen. Ich habe versucht, den Audi vor mir zu überholen. Er hat eine kleine Lücke gelassen, ich bin 'reingefahren, dann ist er zurückgekommen. Ich wollte den Kontakt vermeiden, bin auf der Bremse geblieben, bin ins Übersteuern geraten und habe mich gedreht. Ich habe viele Positionen verloren, konnte zwei wieder gutmachen, aber es hat nicht gereicht, um in die Punkte zu kommen. Wir haben für das Qualifying morgen die Pace auf eine Runde, um vorne dabei zu sein. Vielleicht nicht Pole, aber Top Ten oder vielleicht Top Fünf. Wir werden viel arbeiten und alles versuchen, um im Qualifying vorn dabei zu sein.“

 

#18

Klaus Bachler: „Der Start und der Stint von Adrien waren ganz okay, er ist in seiner Gruppe gut mitgefahren. Wir waren halt von Anfang an relativ weit hinten, im Endeffekt ist nicht viel gegangen. Wir sind mehr oder weniger den anderen gefolgt. Jetzt schauen wir, dass wir für morgen alles gut hinkriegen. Morgen ist im Qualifying eine neue Chance. Dann haben wir hoffentlich eine gute Startposition. Wenn wir ein bisschen weiter vorne sind, können wir auch um Punkte kämpfen.“

 

Adrien De Leener: „Das Qualifying war ganz okay. Mit den steigenden Temperaturen haben das Auto und die Reifen nicht mehr so funktioniert wie am Morgen. In meinem Stint hatte ich eine ganze Menge Kontakt, ich konnte aber meine Position halten. Klaus hatte dann wohl ähnliche Probleme. Aber wir haben in Sachen Wetter etwas gelernt für morgen. Ich hoffe, dass wir dann ein paar Positionen weiter vorne landen.“

 

Teammanager Klaus Graf: „Das war natürlich nicht das Ergebnis, das wir erhofft hatten. Mit der Qualifying-Performance waren wir ganz zufrieden: Platz acht mit der 18, auch Adrien hat einen guten Job gemacht. Timo hatte dann einen super Start, ist auf Platz sechs gefahren. Dann bekam er einen Bodycheck, das war ein sehr unfaires Manöver. Das hat eigentlich unser Rennen ruiniert, das war der Knackpunkt. Danach haben wir versucht Punkte zu machen. Kévin wollte das Maximum rausholen, wurde dabei in Zweikämpfe verwickelt und ist dadurch zurückgefallen. Beim Schwesterauto hatten wir irgendein technisches Problem, das müssen wir analysieren. Morgen ist ein neuer Tag.“

 

Text: Peter Schäffner 

Fotos: Gruppe C Photography